3063
Giulio Carpioni
(Venedig 1613 - 1679 Vicenza)
„Bacchanal“
Öl auf Leinwand; gerahmt
104,5 x 142,5 cm
Provenienz
Privatbesitz, Wien
Schätzpreis: € 30.000 - 60.000
Auktion ist beendet.
Ein stark belebter Bühnenraum öffnet sich. Das Gefolge bestehend aus Satyrn, Faunen, Mänaden, Nymphen und anderen leicht bekleideten Bacchanten gibt sich dem ausgelassenen Gelage hin. Das rauschhafte Fest strebt seinem Höhepunkt entgegen. Links ist der schwerfällige Silen den Folgen des übermäßigen Weinkonsums bereits erlegen. Dass der Weingenuss das zügellose Verhalten auslöste, belegen die vielen sorgfältig gemalten Kannen, Krüge und Gläser und der überdimensionierte Römer in der Hand der spöttischen Mänade zur Linken. Eine Gruppe formiert sich um den von Wein betäubten Silen und hievt ihn auf den geduldig wartenden Esel, wodurch die Darstellung eine derbere Note erhält und humorvoll ausgeschmückt wird. Dieses zentrale Motiv ist ein häufig wiederkehrendes Element im Oeuvre des venezianischen Malers und Radierers Giulio Carpioni und kommt bspw. in seinem „Bacchanal“ im Frankfurter Städel Museum (Inv.-Nr. 1490) oder einem weiteren „Bacchanal“ (Budapest, Museum der Schönen Künste, Inv.-Nr. 623) ebenfalls vor.
Der Reiz bacchantischer Erzählungen liegt in der mythisch-poetischen Atmosphäre der heiteren Welt der Mischwesen, ihrer animalischen Wildheit und ausgelassenen erotischen Ausschweifungen. Gleichzeitig werden das moralisierende Mahnen zur Maßhaltung und die Folgen eines zügellosen Lebens vor Augen geführt.
