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Auktion: Alte Meister

08. November 2022, 15:00 Uhr

0030

David Teniers der Jüngere

(Antwerpen 1610 - 1690 Brüssel)

„Madonna und Kind mit Johannes dem Täufer und der Hl. Katharina (wohl nach Palma il Vecchio)“
1650er Jahre
Öl auf Holz
17 x 22,7 cm

Provenienz

Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich, Brüssel (1614–1662);
Sammlung der Herzöge von Marlborough, Blenheim Palace;
Christie's London, 26. Juni 1886, Lot 172;
Englische Privatsammlung;
Christie's London, 11. Dezember 1992, Lot 363;
Sammlung Erna Weidinger (1923–2021)

Literatur

George Scharf, Catalogue raisonné; or, A list of the pictures in Blenheim Palace, 2. Teil, London 1862, S. 166, Nr. 199 (97; als "copied from Palma Giovane);
Charles Davies, A collection of one Hundred and Twenty Paintings by David Teniers (from Blenheim Palace). The property of His Grace the Duke of Marlborough. On Exhibition at Mr. Davis’s Galleries, London 1884, S. 30, Nr. 199 (97; als "copied from Palma Giovane")

Schätzpreis: € 8.000 - 15.000
erzielter Preis: € 10.240 (inkl. Gebühren und österreichischer MwSt.)
Meistbot: € 8.000
Auktion ist beendet.

David Teniers der Jüngere war Hofmaler des Statthalters der spanischen Niederlande Erzherzog Leopold Wilhelm (1614-1662) und betreute dessen beträchtliche Kunstsammlung. In seinem Galeriebild „Erzherzog Leopold Wilhelm in seiner Gemäldegalerie“ (KHM, Inv. Nr. 739) hat der Maler bereits um 1650 die eindrucksvolle Kunstsammlung seines Gönners zur Schau gestellt.
Teniers fertigte kleinformatige Kopien und Ölskizzen der erzherzoglichen Sammlung an, welche später auch als Vorlagen für die Graveure und die Kupferplattenherstellung dienten und zu dem druckgraphischen Katalog „Theatrum Pictorium“ (1660 erstmalig publiziert) führten. Der weltweit erste gedruckte Gemäldekatalog Teniers umfasst eine Folge von Kupferstichen nach 243 italienischen Meisterwerken der erzherzoglichen Sammlung; so auch die Darstellung der stillenden Madonna, umgeben von Heiligen, hier naturgemäß in seitenverkehrter Weise dargestellt (vgl. British Museum, London, Inv.Nr. A, 8.199). Die Bezeichnung „nach Palma Giovane“ der von Jan Popels ausgeführten Tafel 199 ist wohl irreführend. Rylands vermutet, dass es sich bei dem italienischen Original, wiederholt von Teniers, um eines der frühen Werke Palma il Vecchios gehandelt haben könnte. In seiner Publikation zu Palma dem Älteren ist das Ursprungsgemälde unter den verschollenen Werken des Meisters verzeichnet (vgl. Philip Rylands, Palma Vecchio, New York u.a. 1992, S. 329, Nr. X81). Insgesamt 120 dieser sog. „pasticci“ Teniers gingen in den Besitz der Herzöge von Marlborough über, in deren Sammlung sich ebenfalls vorliegendes Gemälde befand.