Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

09. März 2022

0008

Karl Wilhelm de Hamilton

(Brüssel 1668 - 1754 Augsburg)

„Waldbodenstillleben mit Eidechse, Schmetterlingen und Muscheln“
1730er Jahre
Öl auf Leinwand
56 x 73 cm

Provenienz

Privatbesitz, Österreich

Kurz-Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen, 22. September 2020, liegt bei.

Schätzpreis: € 10.000 - 20.000
Ergebnis: € 11.000
Auktion ist beendet.

Das Waldbodenstillleben als eigenständiges Genre kam in Holland in der Mitte des 17. Jahrhunderts auf. Als Hauptvertreter und Ausgangspunkt dieses Genres gilt Otto Marseus van Schrieck (1619-1678). In seiner Nachfolge wurden diese Waldstücke von verschiedensten Künstlern fortgeführt und weiterentwickelt. Der flämische Maler Carl Wilhelm de Hamilton war eine der bedeutendsten Figuren für diese Entwicklung und ausschlaggebend für die Verbreitung des Genres in ganz Europa. In Brüssel geboren, arbeitete Hamilton später als Hofmaler für Fürstbischof Alexander Sigismund von der Pfalz (1663-1737) in Augsburg.
Dr. Klaus Ertz verweist in seinem Gutachten auf die Besonderheit, dass die dargestellten Tiere und Blumen miteinander zu kommunizieren scheinen: „die Eidechse schaut dem Schmetterling nach, ein weiterer blauer Falter sitzt auf einem Blatt des zentralen gelben Blütenbuschs und die Frösche sitzen vor und auf den Muscheln“ (vgl. Kurz-Gutachten Dr. Ertz). Besonders fein und präzise gibt Hamilton die Textur der Oberflächen wieder. Ein charakteristisches Merkmal seiner Werke ist der helle Kontrast, mit dem der Künstler die dargestellten Pflanzen und Tiere deutlich vom dunklen Waldboden abhebt. Auf der rechten Seite öffnet sich der Blick in die Ferne auf einen von Wolken bedeckten Abendhimmel.