Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

09. März 2022

0023

Jan Pieter Brueghel

(Antwerpen 1628 - um 1680 Italien)

„Bildnis eines Mönchs im Blumenkranz“
um 1660-65
Öl auf Kupfer
23,5 x 18 cm

Provenienz

österreichischer Privatbesitz

Kurz-Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen, 17. April 2018, liegt bei.

Schätzpreis: € 5.000 - 10.000
Ergebnis: € 8.000
Auktion ist beendet.

Die durchkomponierte Blumengirlande spiegelt in beispielhafter Weise die Tradition Antwerpener Blumenbilder wider. Diese wurden nicht direkt „nach dem Leben“ gemalt, sondern akribisch anhand von Studien einzelner Blüten, die in der jeweiligen Jahreszeit der Blüte entstanden oder aus anderen Quellen kopiert wurden, zu einem Arrangement zusammengefügt. Diesen Blumenbildern wurde anhand der abgebildeten Blüten eine symbolische Bedeutung oder möglicherweise sogar eine moralische Absicht zugeschrieben. Das Hauptziel des Künstlers in diesen Werken scheint jedoch eher darin zu bestehen, eine überzeugende illusionistische Wirkung zu erzielen.
Jan Pieter Brueghel war spezialisiert auf Blumenstillleben und Girlandenbilder. Der Spross der berühmten Malerfamilie Brueghel erhielt seine Ausbildung in Antwerpen bei seinem Vater Jan Brueghel d. J. (1601 – 1678) und arbeitete später in Lüttich, Paris und Italien.
Wie in der flämischen Malerei seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts üblich, arbeitete Brueghel für seine Girlandenbilder mit spezialisierten Figurenmalern zusammen, welche die Andachtsbilder in der Kartusche malten, während Brueghel die Blumengirlande im Bild schuf. Bei vielen dieser Werke können seine Mitarbeiter nicht mit Sicherheit identifiziert werden, so auch im vorliegenden Gemälde. Ein Malerkollege, welcher häufig für solche Kompositionen mit Jan Pieter Brueghel zusammenarbeitete, ist Erasmus Quellinus d. J., welcher jedoch für das vorliegende Werk als Mitarbeiter nicht in Frage kommt. (Vgl. Gutachten Dr. Klaus Ertz)