Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

07. Juli 2021, 16:00 Uhr

1263

Georg Pezolt

(Salzburg 1810 - 1878 Salzburg)

„Ansicht der Stadt Salzburg vom Mönchsberg“
1839
Öl auf Leinwand
103,5 x 146 cm
Signiert, bezeichnet und datiert links unten auf der Mappe des Künstlers: Gg Pezolt / Salisburg(ensis) / 1839.

Provenienz

1840 Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck (Geschenk des Künstlers);
1978 im Tausch an die Galerie Haslauer, Salzburg;
dort Anfang der 1980er Jahre vom Vater des derzeitigen Besitzers erworben;
Privatsammlung, Niederösterreich

Ausstellung

1839 Wien, Wiener Kunstsalon, S. 334;
2011 Salzburg, Dommuseum, Nr. 27

Literatur

Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Katalog der Gemäldesammlung, Innsbruck 1928, S. 52, Nr. 461;
Peter Weninger, Österreich. Landschaft und Mensch in Meistergemälden, Innsbruck 1972, S. 67 Abb.;
vgl. Friedrich von Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte, II/1, Hofheim/Taunus 1979, 4. Nachdruck, S. 255, Nr. 2;
Peter Keller (Hg.), Ein Traum von einer Stadt. Georg Pezolt (1810–1878) und Salzburg. Dommuseum zu Salzburg. Salzburg 2011, S. 41, Abb. 50, S. 113, Nr. 27

€ 20.000

Der Salzburger Künstler Georg Pezolt war auch Denkmalpfleger und Kunsttheoretiker. Seine erste künstlerische Ausbildung erhielt er in der Werkstatt von Johann Matthias Wurzer. Auf Studienreisen nach Italien vertiefte er sein Können und spezialisierte sich dort auf die Landschaftsmalerei. In dieser Zeit – um 1832 - entstanden erste Zeichnungen und Druckgrafiken von Verona, Padua und Venedig. In der Folge erschien ab 1837 eine Serie von Lithografien mit dem Titel „Die interessantesten Punkte von Salzburg, Tyrol und Salzkammergut“. 1839 plante Pezolt eine zweite Reise nach Italien mit Rom als Ziel. Kurz vor der Abreise entstand vorliegende Arbeit. Bei dieser handelt es sich wohl um sein größtes Landschaftsbild und zeigt eine Ansicht Salzburgs vom Mönchsberg. Die Festung sowie Dom mit Domplatz ziehen den Blick des Betrachters auf sich. Den Hintergrund dominieren auf der gegenüberliegenden Salzachseite der Kapuzinerberg sowie Nockstein und Gaisberg. Im Vordergrund zeigt Pezolt die Durchfahrt bei der Bürgerwehr oberhalb des Marstalls, in der sich zwei Personen befinden. Einer der beiden Männer unter dem Bogen könnte der Künstler selbst sein, begleitet von seinem Hund.

Pezolts Landschaften wurden von seinen Zeitgenossen sehr geschätzt, und deren "Naturwahrheit" sowie die "korrekte" Zeichnung und das "warme" Kolorit bewundert. Der Künstler schenkte vorliegendes Gemälde 1840 dem Ferdinandeum in Innsbruck. Erst im 20. Jahrhundert kam es im Tausch mit einer Ansicht von Innsbruck wieder zurück nach Salzburg, wo es von der Familie des derzeitigen Besitzers vor ungefähr 40 Jahren erworben wurde. (MS)