Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

07. Juli 2021, 16:00 Uhr

1265

Friedrich Gauermann

(Miesenbach 1807 - 1862 Wien)

„Rehbock in einer Schlucht am Bachufer“
Öl auf Papier auf Leinwand
33 x 42 cm
Signiert rechts unten: F Gauermann.

Provenienz

Dorotheum Wien, 26.11.2007, Nr. 109;
seither Privatsammlung, Wien

€ 25.000

Die Darstellung eines Rehbocks in einer felsigen Schlucht bildet ebenjene Natureindrücke alpiner Landschaften ab, welche das gesamte Schaffen Friedrich Gauermanns charakterisieren. 1807 als Sohn des Malers und Kupferstechers Jakob Gauermann in Miesenbach, Niederösterreich, geboren, gehörte er zu den großen Landschaftsmalern der Biedermeierzeit.

Gauermann erhielt seine Ausbildung zunächst beim Vater, später an der Akademie der bildenden Künste Wien. Prägend für seine Malerei waren aber vor allem die wildromantischen Gegenden seiner österreichischen Heimat. Der Rehbock findet sich in einer naturalistischen Gebirgslandschaft, in der in Grün- und Ockertönen aus dem Naturvorbild eine feine atmosphärische Stimmung geschaffen wird. In Komposition und Kolorit von Niederländischen Meistern inspiriert, gelang es Gauermann, die Naturstudien, welche er häufig im Freien skizzierte, in seinen Ölgemälden über den Realismus hinaus effektvoll und in einer bemerkenswerten Lebendigkeit wiederzugeben.
Die besonderen Stimmungs- und Lichteffekte in Gauermanns Werken verhalfen ihm bereits zu Lebzeiten zu großer Beliebtheit in ganz Europa und vor allem bei der Wiener Aristokratie. Seine Gemälde bilden in ihrer Dramaturgie einen Übergang vom strengen Naturvorbild zur freien künstlerischen Impression und verkörpern so gleichwohl poetisch die Atmosphäre seiner Zeit. (IH)