Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

05. Mai 2021, 16:00 Uhr

0331

Herbert Brandl*

(Graz 1959)

„o.T.“
2003
Öl auf Leinwand; ungerahmt
180 x 200 cm
Rückseitig signiert und datiert: Brandl 2003

€ 34.000

Gestische, dicke und wilde Pinselstriche in starken Farben von Rot bis Violett, von Orange und Gelb bis ins Weißliche erzeugen eine perspektivische Wirkung. Man kann sich dem Sog ins Zentrum des Bildes und in die scheinbare Ferne, die auf die hell leuchtende Enge folgt, kaum entziehen. Eine für Herbert Brandl so typische großformatige Bildwelt, die zugleich wild, aber auch romantisch wirkt und die, ähnlich wie Brandls Berge, nicht so sehr die Natur als solche darstellen, sondern mehr den Prozess des Malens verdeutlichen.

Der in der Steiermark geborene Künstler Herbert Brandl hat in den späten 1970er-Jahren an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien unter anderem bei Peter Weibel studiert und verstand sich auch zu Zeiten, als die Malerei totgesagt war, stets als Maler. Im Laufe der Jahrzehnte hat er eine eigenständige Bildsprache entwickelt, in der abstrakte Farbräume und monumentale Formen, aber auch das Wechselspiel zwischen Nah- und Fernsicht Assoziationen zu konkreten Naturmotiven hervorrufen. In späteren Werkphasen lässt Herbert Brandl das Landschaftliche hinter sich und konzentriert sich auf die Wirkung der Farbe.
(Clarissa Mayer-Heinisch)