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Auktion: Antiquitäten

24. Juni 2020, 14:00 Uhr

0518

Schaupuppen "Heinrich VIII." und "Elisabeth I."

17./18. Jahrhundert
Stoff, Perlen, Masse, modelliert; Schaupuppen des englischen Königs Heinrich VIII. und seiner Tochter Elisabeth I. in zeitgenössischem Gewand
H. 31,5 cm und 33,5 cm

Provenienz

vor 50 Jahren aus dem Besitz der englischen Prinzessin Margaret in Stuttgart erworben;
österreichische Privatsammlung

€ 210.000

Heinrich VIII. Tudor (1491-1547) war von 1509 bis 1547 König von England, ab 1541 auch König von Irland. Seine Herrschaft hatte weitreichende politische, soziale und religiöse Folgen für die Geschichte Englands. So führte er beispielsweise sein Land in die englische Reformation, indem er England von der römisch-katholischen Kirche trennte und die anglikanische Staatskirche gründetet. Heinrich VIII. war der erste englische König mit einer Renaissanceausbildung. Er sprach mehrere Sprachen, verfasste Gedichte, komponierte Musik und zeigte großes Interesse an religiösen Themen. Auch sein Privatleben sorgte für Aufsehen. Heinrich VIII. war insgesamt sechs Mal verheiratet, wobei zwei Ehen mit Annullierungen, zwei mit Hinrichtungen, eine durch Tod im Wochenbett und eine durch seinen Tod endeten.
Nach Heinrichs Tod fiel die Krone zunächst an seinen neunjährigen Sohn Eduard, nach dessen frühen Tod an seine älteste Tochter Maria und schließlich an seine Tochter Elisabeth (1533-1603), mit der das Haus Tudor im Jahr 1603 endete. Elisabeths I. Regierungszeit als Königin von England und Irland von 1558 bis 1603 ging als Elisabethanisches Zeitalter in die Geschichte ein. In jener Zeit erhielt die anglikanische Kirche ihre endgültige Ausprägung. Das Elisabethanische Theater blühte auf, die Stücke William Shakespeares und anderer revolutionierten die Art, Dramen zu schreiben. Engländer erforschten die Welt, die Expansion nach Nordamerika begann.