Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

23. Juni 2020, 15:00 Uhr

0025

Frans Wouters

(Lierre 1612 - 1659 Antwerpen)

„Martyrium des Hl. Livinus von Gent“
1630er Jahre
Öl auf Leinwand
71 x 47,5 cm

Provenienz

Privatbesitz, Österreich

Kurz-Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen, 27. Mai 2019, liegt bei.

Schätzpreis: € 7.000 - 12.000
Ergebnis: € 6.500
Auktion ist beendet.

Frans Wouters war er einer der fähigsten Schüler und Mitarbeiter von Peter Paul Rubens. Er orientierte sich auch bei vorliegendem Gemälde an der Komposition seines Lehrmeisters, dem monumentalen Altargemälde, das 1633 ursprünglich für die Jesuitenkirche in Gent geschaffen wurde und sich heute im Musée Royaux des Beaux-Arts in Brüssel befindet. Wouters übertrug hierbei das großformatige Altarbild von Rubens in das Kleinformat des Kabinettstücks. Das Gemälde kann laut Dr. Klaus Ertz in die 1630er Jahre, nach Wouters Erreichung der Meisterwürde (1634/35), datiert werden.

Dargestellt ist die Legende des schottisch-irischen Missionars und später Bischofs von Gent, der während seiner Predigt von Heiden überfallen, gefoltert, seiner Zunge entledigt und enthauptet wurde. Daraufhin bestrafte Gottvater die Schlächter mit einem zerstörerischen Sturm.
Wie Dr. Ertz in seinem Gutachten hervorhebt, sind es vor allem die unterschiedlichsten Bewegungen auf engstem Raum, die expressive Mimik und effektvolle Ausleuchtung, die der Komposition eine dramatische Dynamik verleihen: „In diesem Gemälde mit den wild bewegten Figuren und steigenden und ausschlagenden Pferden, mit dem Lichtloch im Himmel, aus dem zwei Engel mit flammenden Schwertern herabfliegen, zeigt sich Frans Wouters als ein furioser Meister der Farben und Formen" (vgl. Kurz-Gutachten Dr. Klaus Ertz).