Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

04. Dezember 2019, 16:00 Uhr

0751

Hubert Scheibl*

(1952, Gmunden)

„Channel II“
1995-96
Öl auf Leinwand
200 x 200 cm
Rückseitig signiert und datiert: Hubert Scheibl 1995/96
Rückseitig bezeichnet: "Channel - II"

Provenienz

2007 Karl und Faber, München (los 1578);
seither Privatbesitz, Wien

€ 22.000

Ein sattgrünes, flächiges Gemäldes wird vom aufgehellten, lichtstarken Mittelteil dominiert. Auf diese Weise entsteht ein optischer Illusionsraum, der keine Bezüge zu naturalistischen Figurationen aufweist, jedoch durch die mehrschichtige und starke Farbigkeit und Hubert Scheibls ganz spezieller Maltechnik Assoziationen hervorruft. Das Bild wird mit individuell gestischer Malweise voller Energie und großzügigem Farbauftrag aufgebaut, um es dann durch Hineinkratzen, Wischen oder Abziehen zu finalisieren.

Hubert Scheibl gehörte in den 1980er-Jahren gemeinsam mit Herbert Brandl, Erwin Bohatsch und anderen der Künstlergruppe der „Neuen Wilden“ an, deren Charakteristikum es ist, sich auf den Malprozess und die Farbe als Materie zu konzentrierten. Scheibl selbst zeigte schnell Tendenzen zur monochromen Malerei. War sie vorerst pastos und reliefhaft, wurde sie in den 1990er-Jahren leichter und noch mehr von der Fläche bestimmt. Es entsteht eine veränderte Perzeption von Natur und Realität, die von einer statischen hin zu einer dynamischen Wahrnehmung führt. Die Werktitel sind Scheibls langjährigem Aufenthalt in den USA geschuldet und beziehen sich oftmals auf amerikanische Filme und damit auf virtuelle Bilder, die im Kopf entstehen. (Clarissa Mayer-Heinisch)