Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

22. Oktober 2019, 16:00 Uhr

0373

Olga Wisinger-Florian

(Wien 1844 - 1926 Wien)

„Herbstfeldblumen“
1885
Öl auf Holz
66 x 49 cm
Signiert rechts unten: O. Wisinger-Florian
Rückseitig Lacksiegel der Kunsthandlung E. Hirschler & Comp. sowie ein altes Etikett: E.C 2159

Provenienz

Kunsthandlung E. Hirschler & Comp., Wien;
(zu unbestimmtem Zeitpunkt durch die Wiener Kunsthandlung E. Hirschler & Comp. verkauft - laut rückseitigem Lacksiegel);
Dorotheum Wien, 18.12.1923, Nr. 56, Tafel XIII.;
Sammlung Brau Union, Linz

Wir danken Dr. Alexander Giese für die wissenschaftliche Unterstützung. Das Gemälde wird von ihm in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis aufgenommen.

Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
Ergebnis: € 65.000
Auktion ist beendet.

Die Blumenmalerei der Niederländer des 17. Jahrhunderts sowie die reiche Tradition des Blumenbildes zur Zeit des Biedermeiers bilden den historischen Kontext, in dem auch dieses Gemälde eines Feldblumenstraußes von Olga Wisinger-Florian einzuordnen ist.

Mitte der 1880er Jahre, als die Künstlerin begann, sich vom Einfluss ihres Lehrers Emil Jakob Schindler zu lösen, „erfand“ Wisinger-Florian den Typus der „Blumenlandschaften“. Heimische Wiesenblumen werden der Jahreszeit entsprechend scheinbar willkürlich zusammengebunden und ebenso scheinbar zufällig an einen Wegesrand unter das schützende Dach von Sträuchern und Gräsern platziert. In dieser raffinieren Kombination lassen sich die bunten Variationen der Natur schön gebündelt genau studieren und gleichzeitig ihre Einbettung in die Landschaft andeuten. Mit diesem Thema konnte die erst seit fünf Jahren ernsthaft arbeitende Malerin aber vor allem ihre malerische Bravour unter Beweis stellen: ihre Meisterschaft, jede Blumen trotz aller Präzision in natürlicher Lebendigkeit wiederzugeben, ihre Gabe, räumliche Illusion mittels raffinierter perspektivischer Verkürzungen zu evozieren und ihr Feingefühl für Farben, Rhythmik, Expression und Emotionalität. (MHH)