Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

22. Oktober 2019, 16:00 Uhr

0238

Friedrich Gauermann

(1807, Miesenbach - 1862, Wien)

„Füchse jagen Wildenten“
1849
Öl auf Holz
63 x 49,5 cm
Monogrammiert links unten: F.G.
Rückseitig Etikett: Kunsthandlung H.O. Miethke, Wien, Neuer Markt 13

Provenienz

Kunsthandlung Hugo Othmar Miethke, Wien;
Privatbesitz, Wien

Literatur

Rupert Feuchtmüller, Friedrich Gauermann 1807-1862, Rosenheim 1987, S. 299, WV-Nr. 273, S. 258 (SW-Abb.)

€ 25.000

Von Gauermann existieren mehrere Werke, in denen er Füchse als Hauptdarsteller zeigt, die frühesten Arbeiten mit diesem Sujet, stammen bereits aus dem Jahr 1830. Aus Briefen des Künstlers geht hervor, dass er eine kleine Menagerie am väterlichen Hof in Miesenbach hatte und ihm Füchse als Studienobjekte zur Verfügung standen. Zu seiner lebenden „Studiensammlung“ zählten auch Rehe, Adler und Falken, welche ihm von Bauern und Jägern gebracht wurden.

„Ich habe vom Jäger einen hübschen Fuchs bekommen, der im Eisen ist gefangen worden, aber unbeschädigt ist, er ist sehr wild, frist nur bey Nacht, aus Menschenscheu, der Jäger meint er wird Junge bekommen. Das wäre Hübsch die könnte man recht studieren. Es ist überhaupt gut etwas Lebendes immer zu sehen, wenn man ein Thiermaler sein will …. Mein Fuchs nachdem ich ihn einigemahl malte, habe ich ihn die Freiheit geschenkt, weil er gar mich so gedauert hat.“ (Briefe von Gauermann an Fink, 2.2.1949 und 8.6.1849 aus Miesenbach, Wiener Stadt- und Landesbibliothek, Inv.-Nr. 84712)

Gauermann studierte das Verhalten dieser Wildtiere genau und fertigte von ihnen unzählige Skizzen an. Diese rasch hingeworfenen Bildideen in Bleistift oder Tusche wurden sodann in Öl umgesetzt. Auch zu vorliegendem Werk existiert eine Skizze, welche sich im Wien Museum (Inv.-Nr. 64608) befindet.

In einer wild-romantischen, von Felsen dominierten Gegend, sind drei Füchse auf der Jagd nach Wildenten. Eine Ente befindet sich in einem von Schilf und Gräsern gesäumten Gewässer. Mit ausgebreiteten Flügeln möchte sie die Flucht ergreifen, ein Fuchs jedoch ist bereits im Begriff sich auf das Federvieh zu stürzen. Zwar jagen Füchse nicht im Rudel, sondern fast immer alleine, dennoch zeigt Gauermann eine meisterhafte Verhaltensstudie und einen für den Fuchs charakteristischen Beutesprung. Ob die Jagd erfolgreich ausgeht oder die Ente entkommen kann? Gauermann schildert gekonnt eine dramatische Szene, wie sie in der Natur vorkommen könnte, deren Ausgang jedoch offen bleibt. (MS)