Auktionshaus

Auktion: Antiquitäten

10. April 2019, 14:00 Uhr

0561

Dominik Biemann

(1800, Neuwelt-Harrachsdorf - 1857, Eger)

„Bildnisplakette mit dem Portrait von Ignaz Graf Gyulai“
Böhmen, um 1827-1830
farbloses Glas, geschnitten; rechteckige Platte mit einem tiefgeschnittenen Portrait von Ignaz Graf Gyulai in ungarischer Uniform, darunter die Inschrift: „IGNAZ GRAF GYULAI“; am Rand des Portraits monogrammiert: "B“; neuer Sockel
12,9 x 8,9 x 0,5 cm

Provenienz

Privatbesitz Steiermark;
1999 Wiener Kunstauktionen, 24. Auktion, Nr. 525

Literatur

vgl. Rudolf von Strasser/Walter Spiegl, Dekoriertes Glas, München 1989, Abb. 147, S. 142-146

€ 11.000

Vorlage für diese Tafel war eine Portraitlithographie von Anton Gareis (1793-1863), die 1825 als Titelbild von Ritterbergs historischem Militär-Almanach des 16., 17., 18. und 19. Jahrhunderts in Prag erschien.

Ignaz Graf Gyulai von Maros-Németh und Nadaska (1763-1831) begann seine militärische Laufbahn im Regiment seines Vaters und machte rasch Karriere. 1806 wurde er von Kaiser Franz zum Banus von Kroatien, Dalmatien und Slawonien ernannt, 1823 erhielt er das Generalkommando in Böhmen, später in Wien. 1830 wurde er zum Präsidenten des Hofkriegsrates ernannt. Er wurde wegen seiner großen militärischen Tapferkeit mit dem Kommandokreuz des Maria Theresien-Ordens, dem Großkreuz des Leopold-Ordens, dem Großkreuz des St. Stephan-Ordens und dem Orden vom Goldenen Vließ ausgezeichnet (Constantin von Wurzbach, Biographisches Lexikon, Wien 1860).

Dominik Biemann erwies sich bereits sehr früh als äußerst begabter Glasschneider. Er lernte bei Johann Anton Pohl (geb. 1795) und später bei dessen Onkel Franz Pohl (1764–1834), dem berühmten Glas-, Stein- und Petschaftsschneider. 1826 besuchte er die Prager Kunstakademie, wo er sich dem Zeichenstudium widmete. Bereits ein Jahr später ließ er sich als freischaffender Künstler in Prag nieder. Bei seiner Arbeit als Portraitist kam ihm sein großes Talent entgegen, die charakteristischen Züge eines Gesichtes zu erfassen und die Persönlichkeit der Dargestellten lebhaft wiederzugeben. Seine Arbeiten stechen durch den Eindruck der Mehrdimensionalität hervor. Durch die Technik des mattbelassenen Tiefschnitts erscheinen Licht und Schatten präzise herausmodelliert und lassen so eine unmittelbare Körperlichkeit entstehen.