Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

30. November 2018, 17:00 Uhr

0318

Koloman Moser

(Wien 1868 - 1918 Wien)

„Holzstoß“
1914
Öl auf Leinwand auf Karton
37,3 x 49,5 cm
Monogrammiert und datiert rechts oben: MK / 14
Rückseitig Nachlass-Stempel auf dem Karton (zweifach) sowie Nachlass-Nummer 93

Provenienz

aus dem Nachlass des Künstlers;
geerbt von Editha Hauska, Karl und Dietrich Moser, Wien;
Grisebach Berlin, 02. 12. 2016, Nr. 428;
österreichischer Privatbesitz

Ausstellung

1920 Wien, Kunstverlag Wolfrum, Kolo Moser-Nachlass-Ausstellung, 23. Nov. - 15. Dez., Nr. 93

Das Gemälde wird von Dr. Gerd Pichler unter der Werkverzeichnisnummer WV 171a ergänzend in das chronologische Werkverzeichnis der Gemälde Kolo Mosers aufgenommen.
Das Gutachten von Dr. Gerd Pichler, 17. 10. 2018, liegt bei.

 € 25.000 - 50.000

Etwa zeitgleich mit seinem Rückzug aus der Wiener Werkstätte um 1907 begann sich Moser wieder verstärkt mit der Malerei auseinanderzusetzen. Im Mai 1911 zeigte er in der Wiener Galerie Miethke mit 53 Gemälden das Ergebnis dieser bis dahin dem Publikum kaum bekannten Facetten seines künstlerischen Werkes. Aus der zeitgenössischen Kritik lässt sich hohe Anerkennung für Mosers bei dieser Ausstellung gezeigte Porträts ablesen. Karl Kutzmany schrieb: "Es gibt kaum ein Gebiet der angewandten Kunst, auf dem sich Moser nicht betätigt hätte, fruchtbringend und richtungsgebend; darüber und über die Ausstrahlungen seines Wirkens als Lehrer braucht kein Wort verloren zu werden, ist doch alles seit Jahren etwas stets Gegenwärtiges. Nun sehen wir Moser nahe dem Urboden: In dem Studium der Natur, vor der Staffelei, die er immer öfter und lieber ins Freie stellt oder wenigstens nahe zum Fenster. Sonnenklare Farben sind das Leben dieser Porträts, Blumenstücke, Landschaften, Interieurstudien." [... ]

Landschaftsdarstellungen beschäftigten Koloman Moser zeitlebens in seinem malerischen Schaffen. Neben den für Moser besonders wichtigen Fernblicken (...), sind Detailstudien von Naturszenen im Zentrum seines Interesses. Motivisch widmet er sich hierbei unberührten Naturlandschaften, wie Felspartien, als auch der von Menschenhand kultivierten Natur. Wesentliches Stilmittel für Moser ist hierbei, dass er die wild gewachsene, ungezähmte Naturform der regelmäßigen Ordnung der von Menschenhand geschaffenen Strukturen gegenüberstellt.
(Auszug aus dem Gutachten von Dr. Gerd Pichler vom 17. 10. 2018)