Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

24. April 2018, 15:00 Uhr

0634

Abraham Govaerts

(Antwerpen 1589 - 1626 Antwerpen)

„Die vier Elemente“
um 1620
Öl auf Holz
49 x 64 cm
Rückseitig Reste eines Wachssiegels und altes Inventaretikett (Nr. 75) sowie Brandzeichen der Stadt Antwerpen (Türme) und des Panelmachers

Provenienz

Dorotheum Wien, 12. März 1998, Lot 94 (als Jan Brueghel d. J. zugeschrieben);
deutsche Privatsammlung;
österreichische Privatsammlung

Gutachten Dr. Klaus Ertz, Lingen, den 9. Juli 2010, liegt bei (in Kopie).

Schätzpreis: € 35.000 - 70.000
Ergebnis: € 45.000
Auktion ist beendet.

In einer bewaldeten Flusslandschaft mit zahlreichen Tieren, Blüten und Früchten sind die „Vier Elemente“ in Form von vier sie personifizierenden Frauen dargestellt. In der linken Bildhälfte führt ein Fluss in den Hintergrund, wo schemenhaft der von Schimmeln gezogene Wagen Poseidons zu erkennen ist. Im Vordergrund des Wassers tummeln sich allerlei Fischarten. In der Luft und auf dem Baum sind die verschiedensten Vögel, wie Papageien, ein Uhu und ein Fasan zu erkennen. Dem unteren Bildrand nach rechts folgend sitzt ein Äffchen inmitten von Obst, davor zwei Meerschweinchen.

Die rechte Bildhälfte ist durch dichten Pflanzenbewuchs geprägt. So wird der rechte Bildrand gänzlich von einem früchtetragenden Apfelbaum, um dessen Stamm sich blaue Weintrauben winden, eingenommen. Darunter leuchtet eine Fülle von weißen, gelben, roten und blauen Blüten, in deren Mitte ein Paar weißer Kaninchen sitzt.
In der Bildmitte, unter einem mächtigen Baum, sind die vier personifizierten Elemente dargestellt: Amphitrite, die aus einem Tonkrug Wasser in den Fluss schüttet; Juno mit dem Astrolab, die das Element Luft verkörpert; Ceres, die Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit, erkennbar an ihrem überquellenden Füllhorn, und schließlich die Göttin Vesta mit der Fackel als Symbol des Feuers.

Wie Dr. Ertz in seinem Gutachten hervorhebt: „sind die Besonderheit dieses Bildes die Figuren, die ausnahmsweise nicht von Frans Francken d.J. sind, einem Figurenkollegen, den Govaerts sehr häufig eingeladen hat, mythologische oder allegorische Figuren in seine Wälder hineinzumalen. … Die Figurenstaffage stammt von Abraham Govaerts selbst. Obwohl es im 17. Jahrhundert gerade in Flandern immer wieder üblich war, dass sich Landschaftsmaler der Hilfe befreundeter Staffagemaler bedienten, hat Govaerts in diesem Falle die vier Figuren selbst geschaffen. Möglicherweise wollte der Auftraggeber keine zwei Maler am Werk sehen.“ Dr. Ertz datiert das Gemälde in die Spätzeit des Malers um 1620.