Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

30. November 2016, 18:00 Uhr

1034

Wolfgang Hollegha*

(Klagenfurt 1929)

„Wald“
2002
Öl auf Leinwand; gerahmt
191 × 121 cm
Signiert links unten: Hollegha

Provenienz

Privatbesitz, Österreich

€ 45.000

Die tanzenden und wirbelnden, sanft ineinander fließenden Farbflächen Wolfgang Holleghas sind das Markenzeichen dieses Künstlers seit er in den 50er Jahren Teil der Erneuerung der österreichischen Kunst war: In den dunklen Tagen nach dem zweiten Weltkrieg, als die jungen Künstler um einen Weg zurück in die internationale Kunstwelt rangen, war es unter anderem der informelle Zugang des jungen Hollegha, der zusammen mit anderen – etwa Lassnig, Mikl, Prachensky, Rainer – neue Türen öffnete.
Wobei der Begriff der Gegenstandslosigkeit für ihn nicht zutrifft. Seine wirbelnden Farbflecke entstehen keineswegs spontan, sondern sind das Ergebnis langer und genauer Studien von Gegenständen, deren Rhythmus und Schwingung er herauszufiltern versucht und schließlich auf den Bildträger bannt. „Wald“ ist dabei nicht nur der Titel der vorliegende Arbeit sondern auch Teil der größeren Inspiration Wolfgang Holleghas: Für sein Atelier hat er die Zurückgezogenheit am steirischen Rechberg gewählt, umgeben von Natur und Wald, die immer Neue Studienobjekte bieten. „Seine [Holleghas] bildnerische Arbeit ist das riskante Unterfangen, in immerzu neuem Begegnen Blatt und Bild zu einem Dokument der Welterfahrung und vollzieherischer Selbstbestätigung auszuführen.“ (Otto Breicha, in: Wolfgang Hollegha. Geh durch den Spiegel Folge 38, Ausstellungskatalog Galerie Spiegel, Wien 1964) (Nina Binder)