Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

19. Oktober 2016, 17:00 Uhr

0919

Wilhelm Kobell

(Mannheim 1766 - 1853 München)

„Pendants: Bäuerin mit Bub und zwei Pferden vor Gebirgslandschaft; Pferdegespann vor Rottach-Egern“
1805-10
Öl auf Leinwand
je 27,5 × 36,3 cm
Signaturreste rechts unten

Provenienz

Privatbesitz, Deutschland

Ausführliche Expertise von Prof. Siegfried Wichmann, Starnberg, 10. Februar 2008, liegt bei.

€ 16.000 - 30.000

Kobell war der große Pferdemaler seiner Zeit. Seine Vorbilder fand er in der niederländischen Malerei der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Gleichzeitig interessierte ihn die Kunstauffassung der zeitgenössischen englischen Malerei. Bei seinen Bildern handelt es sich meist um weite Landschaftsräume, die im Vordergrund mit farbigen Gruppen versehen sind und damit einen tiefenräumlichen Ablauf garantieren. Der Künstler legte sein Augenmerk auf die augenblicklich geschilderte Situation, die er mit der tonigen Atmosphäre der Landschaft zu verbinden weiß.

Vorliegende Werke stellen zwei bäuerliche Szenen vor Gebirgslandschaften dar. Das eine Bildnis zeigt im Vordergrund im Wasser stehend, zwei Arbeitspferde mit einem Fohlen. Rechts der Hirte barfuß mit Peitsche und auf dem Kopf einen Dreispitz. Links im Mittelgrund die alte Holzbrücke nach Rottach. In der Ferne nach Süden der Wall- und Hirschberg. Das Pendant dazu zeigt eine Bäuerin mit ihrem Kind und zwei Pferden auf einer Weide. Den Hintergrund bildet eine schneebedeckte Gebirgskette. Kobell schildert in diesen beiden, seinem Frühwerk zuzuordnenden Arbeiten, eine beschauliche Idylle, ein glückliches Landleben und ist damit wegweisend für die Landschaftsauffassung der deutschen Biedermeier-Malerei. (vgl. Expertise Wichmann, 2008, S. 8 ff.)