Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

19. Oktober 2016, 17:00 Uhr

0953

Emilie Mediz-Pelikan

(Vöcklabruck/OÖ 1861 - 1908 Dresden)

„Stranddorn von Knokke“
1890
Öl auf Leinwand
85,5 × 65,5 cm
Rückseitig auf Leinwand und am Keilrahmen Signaturstempel: Em Pelikan
Rückseitig Künstleretikett mit Bezeichnung und Werkverzeichnisnummer

Provenienz

Kunsthandel Dr. Margarete Widder, Linz-Wien;
österreichischer Privatbesitz

Literatur

Oswald Oberhuber/Wilfried Seipel/Sophie Geretsegger, Emilie Mediz-Pelikan 1861-1908. Karl Mediz 1868-1945, Katalog zu den Ausstellungen im Österreichischen Museum für angewandte Kunst, Wien und im Oberösterreichischen Landesmuseum, Landesgalerie Linz, Bad Vöslau 1986, S. 244, WV-Nr. 170 (SW-Abb.), S. 58-59, Nr. 170 (Farbabb.);
Erich Tromayer, Emilie Mediz-Pelikan. Bilder-Briefe-Gedanken, Wien 1986, S. 225, Nr. 162 (SW-Abb.)

€ 20.000

Emilie Pelikan wurde 1861 in Vöcklabruck (Oberösterreich) geboren. Mit 21 Jahren ging sie nach Wien und wurde Privatschülerin des Landschaftsmalers Albert Zimmermann. Sie folgt ihrem Lehrer, als er Anfang der achtziger Jahre nach Salzburg und 1885 nach München berufen wurde. Bis zu seinem Tod 1888 blieb die junge Künstlerin, von einigen Reisen abgesehen, bei ihm.

In den späten 1880er Jahren zog sie nach Dachau, wo sie in der dortigen Malerkolonie Inspiration fand und Freundschaften zu Malerkollegen wie Adolf Hölzel und Fritz von Uhde knüpfte, dort lernte sie auch ihren späteren Mann Karl Mediz kennen. Gemeinsam mit ihm unternahm sie Studienreisen nach Paris und Holland. Längere Zeit verbrachte das Paar im belgischen Malerdorf Knokke, wo impressionistisch anmutende Strand- und Meereslandschaften entstanden. 1890 trat Emilie Pelikan mit dem Ölgemälde "Ginsterfeld", welches sie in Knokke gemalt hat, an die Öffentlichkeit. Das Bild sorgte für Aufsehen und heftige Diskussionen.

Nach der Heirat mit Karl Mediz im Jahr 1891, lebten die beiden unter finanziell recht prekären Umständen in Wien, wo ihre Kunst immer wieder auf Ablehnung stieß, obwohl Künstlerkollegen und Kritiker wie Uhde, Lenbach, Hörmann oder Hevesi ihre Arbeit öffentlich lobten und verteidigten. 1893 wurde die Tochter Gertrude geboren, im selben Jahr ging die Familie nach Dresden, wo Karl Mediz als geschätzter Porträtist tätig war. Um die Jahrhundertwende gelang dem Ehepaar endlich der Durchbruch. Im Februar 1903 fand eine große Mediz-Pelikan-Ausstellung im Wiener Hagenbund statt. Andere prominente Ausstellungen folgten.

1908 starb Emilie Mediz-Pelikan überraschend im Alter von erst 47 Jahren. (MS)