Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

19. Oktober 2016, 17:00 Uhr

0944

Carl Hilgers

(Düsseldorf 1818 - 1890 Düsseldorf)

„Die Pfalz bei Kaub im Winter“
1875
Öl auf Leinwand
94 × 141,5 cm
Signiert rechts unten: C Hilgers. 75

Provenienz

Privatsammlung, Rheinland;
Ketterer Kunst GmbH, München, 19. Juni 2009, Nr. 324;
Privatsammlung, Österreich

€ 25.000

Der 1818 geborene Düsseldorfer Künstler Carl Hilgers spezialisierte sich bereits früh auf die Landschaftsmalerei. Während seiner Zeit auf der Kunstakademie Düsseldorf ging er auf Studienreisen, die ihn nicht nur nach Belgien, Frankreich und die Niederlande führten, sondern auch durch sein Heimatland Deutschland. Angelehnt an seine Vorbilder Andreas Schelfhout und Barend Cornelis Koekoek zeigte er eine besondere Vorliebe für niederländische Landschaften und besonders Motive des winterlichen Rheingebiets sind charakteristisch für sein Schaffen.

Vorliegendes Werk zeigt die Burg Pfalzgrafenstein. Zwischen August 1326 und Juli 1327 ließ Kaiser Ludwig der Bayer (1314-1347) den zentralen Zollturm errichten. Die stromaufwärtsgerichtete Spitze des fünfeckigen Gebäudes sollte nicht nur als Flut- sondern auch als Eisbrecher dienen. Bis 1607 wurde die Burg noch erweitert und ragt hier felsenähnlich aus dem fast zugefrorenen Rhein. Am rechten Ufer bringen Jäger ihre Beute nach Hause. Die schweren Wolken hängen tief ins Tal und werden von ein paar Sonnenstrahlen durchbrochen, die die Burg sanft erhellen. Die bläulich-gläsern schimmernden Eisschollen haben sich im Fluss zusammengeschoben und zeigen in Kombination mit der besonderen Lichtstimmung die klirrende Kälte, die der Künstler in diesem Gemälde kunstvoll einzufangen gewusst hat. (SP)