Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

19. Oktober 2016, 17:00 Uhr

0930

Friedrich Gauermann

(1807, Miesenbach - 1862, Wien)

„Heimkehr einer Herde bei aufziehendem Gewitter“
1853
Öl auf Holz
43,5 × 55 cm
Signiert rechts unten: F. Gauermann

Provenienz

Laut Gauermanns Eintrag in seinem Einnahmenbuch (E 244) von Föderl um 450 Gulden gekauft;
Privatbesitz, Wien

Literatur

Rupert Feuchtmüller, Friedrich Gauermann, Rosenheim 1987, S. 302, WV-Nr. 300

€ 35.000

Von Gauermann hat sich ein genau geführtes Einnahmenbuch erhalten, in dem das vorliegende Gemälde wie folgt beschrieben wird: "Ein Bub auf einem Pferd mit Füllen und Schafen jagen über eine Brücke, ein Mädel eilt voraus, einem Bauernhaus zu. Weite Ebene mit Lachen. Links Gebirge im Regen. Ungefähr 18 Zoll breit. Holz".

Die atmosphärische Stimmung bei aufziehendem Gewitter hat Gauermann immer wieder fasziniert und es gibt zahlreiche Gemälde mit dieser Thematik. Der dramatische Wolkenhimmel hinterfängt die Szenerie mit der in großer Eile flüchtenden Herde. Noch ist der Weg trocken, der Staub wirbelt unter den Hufen der Tiere und der Sturm peitscht über die Ebene, doch über den Bergen geht bereits ein Regenguss nieder. Ziel der Flüchtenden ist ein mit Stroh gedecktes Haus, ob die Gruppe noch vor dem einsetzenden Regen Schutz finden kann?
Mit ungeheurer Präzision gibt Gauermann jedes Detail wieder. Das fleckige Fell der Pferde ist ebenso genau geschildert wie das flauschige der Schafe, die Ziege mit ihren mächtigen Hörnern und der am Pferd reitende, gegen den Sturm ankämpfende Bursche, der seinen Hut festhalten muss. Nichts ist dem Auge des Künstlers entgangen und liebevoll komponiert er ein Werk, das durch seine Dramatik und Bewegtheit fasziniert. (MS)