Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

08. Juni 2016, 14:00 Uhr

0823

Fritz Wotruba*

(Wien 1907 - 1975 Wien)

„Relief mit drei Figuren“
1968
Porzellan (Probeguss vom Originalmodell oder Auflagenguss mit nicht mehr erhaltener Nummerierungsplakette); Auflage 50 Stück + 3 Künstlerexemplare
49 × 42 × 7,5 cm
Signiert rechts oben: Wotruba

Provenienz

aus dem persönlichen Bestand des Künstlers, vermutlich Geschenk an Privatbesitz Österreich

Literatur

Ausstellungskatalog Museum Moderner Kunst Wörlen, Passau: Ars porcellana - die Rosenthal Relief Reihe (25. April bis 7. Juni 2009), S. 94/95;
Ausstellungskatalog Kunstverein Köln: Rosenthal Relief Reihe Ars Porcellana, 1968;
Jürg Janett (Hrsg.), Otto Breicha: Fritz Wotruba. Werkverzeichnis Skulpturen, Reliefs, Bühnen- und Architekturmodelle (Erker-Verlag, St. Gallen, 2002), WV-Nr. 295, Abb. S. 256.

Wir danken Frau Mag. Stöger-Spevak von der Fritz Wotruba Privatstiftung für die Unterstützung.

€ 3.500

Diese Arbeit Fritz Wotrubas entstand 1968 im Rahmen der Edition „Ars Porcellana Rosenthal Relief Reihe“ der Manufaktur Rosenthal in Selb. Die Auflage des Werks beträgt 50 arabisch nummerierte Porzellangüsse sowie drei mit EA bezeichnete Exemplare für den Künstler persönlich.
Arnold Bode, Initiator und langjähriger Kurator der documenta in Kassel, entwickelte auf der III. documenta 1964, die unter dem Thema „Bild und Skulptur im Raum“ stand, die Idee, in Erweiterung der Grafik-Edition der documenta-foundation eine Edition von plastischen Arbeiten herauszugeben. Philip Rosenthal griff diese Anregung als Chance zu einer Erneuerung der künstlerischen Porzellangestaltung auf. Ab 1968 brachte die Manufaktur Rosenthal eine Relief-Reihe heraus, die von den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern der 1960er Jahre gestaltet wurde und den Auftakt der limitierten Kunstreihen Rosenthals bildete. Die ersten Ergebnisse wurden im selben Jahr in einer Ausstellung des Kölner Kunstvereins präsentiert und umfaßten Arbeiten von 22 internationalen Künstlern verschiedener Stilrichtungen, darunter Karl Hartung, Bernhard Heiliger, Joannis Avramidis, Fritz Wotruba, Lucio Fontana, Victor Vasarely und Günther Uecker. Im Laufe der Jahre kamen noch weitere wie beispielsweise Henry Moore oder Salvador Dali dazu. Während viele teilnehmende Künstler dekorative Arbeiten mit malerischer Wirkung und schönlinige Objekte, die dem Material Porzellan entgegenkamen, gestalteten, lieferte Wotruba ein „echtes“ Bildhauerrelief. Die kubisch-kantigen Plattenelemente der Figuren sind charakterisch für Wotrubas Arbeiten in den späten 1960er Jahren.
(Gabriele Stöger-Spevak)