Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

12. April 2016, 17:00 Uhr

0250

Ferdinand Georg Waldmüller

(Wien 1793 - 1865 Helmstreitmühle bei Mödling)

„Jagdhund des Grafen Esterházy, am Tümpel stehend“
1823
Öl auf Holz
15,5 × 20 cm
Signiert und datiert rechts unten: Waldmüller / 1823
Rückseitig altes Etikett, teils lesbar: "Waldmüller F.G. in Wien … Thierstück / Hund / 20 Kr. … Verkauf. R…lf. Lieder."

Provenienz

Sotheby's München, 10. Dezember 1992, Nr. 8;
Privatbesitz, Österreich

Literatur

Rupert Feuchtmüller, Ferdinand Georg Waldmüller 1793-1865, Wien/München 1996, S. 431, WV-Nr. 132 (Abb.)

€ 70.000

Im Jahr 1823 erhielt Waldmüller den Auftrag ein Bildnis des Grafen Ladislaus Esterházy-Galántha (gest. 1876) zu malen. Im Zusammenhang mit diesem Porträt entstanden vermutlich die Bilder vom Jagdhund des Grafen. So malte Waldmüller den Hund an einem Bach liegend, im Hintergrund ein Jäger (WV-Nr. 133) und denselben Hund bei einem Tümpel stehend (WV-Nr. 132). Im Werkverzeichnis ist auch noch eine dritte Fassung dieses Jagdhundes, bei Gewehr, Jagdtasche und zwei Rebhühnern sitzend (WV-Nr. 131) angeführt (vgl. Feuchtmüller, 1996, S. 37-38).

Vorliegendes Werk besticht durch die natürliche Darstellung und gekonnte Wiedergabe des Jagdhundes in einer natürlichen Landschaft. Das schwarz-weiß gefleckte Fell des Münsterländers erscheint besonders realistisch, es ist leicht gewellt, wirkt dicht und glänzt seidig. Der Hund steht an einem Tümpel, dies ist ein Hinweis dafür, dass diese Rasse vor allem bei der Wasserjagd eingesetzt wurde. Auch der Hintergrund wurde gekonnt gestaltet, so zeigt Waldmüller eine flache Flusslandschaft mit sanften Hügeln am Horizont, die an das Leithagebirge im Burgenland erinnert. (MS)