Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

12. April 2016, 15:00 Uhr

0108

„Reiter in Landschaft“
um 1750/70
Öl auf Leinwand
89,5 × 67 cm

Provenienz

österreichische Privatsammlung

€ 10.000 - 20.000

Das Bildthema des Reiters spielte bereits früh eine besondere Rolle. Hoch zu Ross, demonstriert dieser seine Überlegenheit und Stärke, die nicht nur auf militärische Angelegenheiten, sondern auch auf die politische Führung, sowie körperliche und geistige Erhabenheit anspielt. Durch diese große Symbolkraft avancierte der berittene Krieger oder Jäger schnell zu einem äußerst beliebten Darstellungsthema, nicht nur in der Plastik, sondern auch in der Malerei. Das Urvorbild dieser Thematik stellte jedenfalls das Reiterstandbild Marc Aurels dar, welches um 165 n. Chr. geschaffen wurde.

Auch hier sehen wir einen Reiter, der den sich aufbäumenden Schimmel mit Leichtigkeit beherrscht. Er ist auf einem erhöhten Terrain platziert, wodurch dem Betrachter ein weiter Ausblick auf eine Landschaft ermöglicht wird. Die sanften Übergänge in der Ferne, sowie die eigentümliche Farbgebung mit Rosatönen nicht nur im Himmel, sondern auch im Mantel des Reiters weisen eindeutig auf eine Entstehung im österreichischen Raum hin und erinnert an Namen wie Martin Johann Schmidt (1718-1801), der eine ähnliche Farbpalette verwendete. Das Rosa blitzt sogar im Felsen im rechten Hintergrund und im Fell und Schweif des Pferdes wieder auf. Der flotte Pinselstrich und die Dynamik der Reitergruppe erinnern wiederum an August Querfurt (1696-1761), der durch seine Schlachtendarstellungen berühmt wurde.
Pferdedarstellungen waren im 18. Jahrhundert ohnehin äußerst beliebt, so publizierte auch Johann Elias Ridinger (1698-1767) ganze Serien an Druckgraphiken, die Motive aus der Reitschule zeigten;wie beispielsweise eine auch auf vorliegendem Gemälde zu sehende "Parade".