Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

26. November 2015, 18:00 Uhr

1383

„Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein (1643-1709), Gründer des St.-Ruperti-Ritterordens (1701)“
um 1770
Öl auf Leinwand
185 × 128 cm
Inschrift in Kartusche: IOANNES ER= / NESTUS S.R.I. / PRINCEPS ET / ARCHIEPISCO= / PUS SALISBURG= / ENSIS S.SEDIS / APOSTOLICAE LEG= / ATUS NATUS CERMA= / NUS? PRIMAS EX COMITI= / BUS? DE THUN FUNDATOR INCLY= / PIODINIS? EQUESTRIS IN HON / OREM S. RUPERTI ERECTI. / ANNO / MDCCI
Inschrift auf Schriftstück: FUNDATIO ORDINIS / EQUESTRIS IN HONOREM / S:RUPERTI ERECTI / DIE XII MAII / ANNO / M. DCC. I.

Provenienz

österreichische Privatsammlung

€ 5.000

Die folgenden Gemälde (Kat.-Nr. 1383 bis 1388) sind ein herausragendes historisches Zeugnis der Geschichte des St.-Ruperti-Ritterordens, welcher am 12. Mai 1701 von Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein (Kat.-Nr. 1383 & 1387) gegründet wurde. Da auch Salzburg dazu verpflichtet wurde das Reichsheer bei Konflikten mit einem bestimmten Kontingent an Männern zu unterstützen, sollte der Orden die militärische Ausbildung der jungen Adeligen schon früh vorantreiben. In einem Schenkungsbrief übertrug der Fürsterzbischof Johann Ernst der Gemeinschaft unter anderem 20.000 Gulden, Anteile eines Eisenbergwerks, sowie die Emsburg bei Hellbrunn, welche zum Ordenssitz wurde. Die kaiserliche Zustimmung durch Leopold I. (Kat.-Nr. 1386) erhielt der Orden am 23. August 1701. Der Fürsterzbischof setzte im Jahr 1705 trotz einiger Gegenstimmen Franz Anton Graf von Harrach (Kat.-Nr. 1388) als Koadjutor ein, der nach dessen Tod 1709 Johann Ernst als Fürst und Erzbischof nachfolgte. Die Wiederbestätigung des Ordens erfolgte am 16. November 1767 durch Erzbischof Sigismund III von Schrattenbach (Kat.-Nr. 1385). Er war es auch, der das Tragen des roten Ordensbandes, anstatt des früheren violetten erlaubte. Die zwölf Stellen des Ordens wurden jeweils von sechs Offizieren und sechs auszubildenden Männern besetzt. Zeugnis der Position des ersten Kommandeurs ist beispielsweise das Porträt von Johann Ernst Josef Cajetan von Thun und Hohenstein (Kat.-Nr. 1384), der diese Position zwischen 1701 und 1702 innehatte.