Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

26. November 2015, 17:00 Uhr

1150

Friedrich von Amerling

(Wien 1803 - 1887 Wien)

„Große Landschaft mit mythologischer Szene“
1856
Öl auf Leinwand
111 × 185 cm
Rückseitig Etikett Wiener Künstlerhaus: 1898/3951
(von Mag. Paul Rachler bestätigt)

Provenienz

Dorotheum Wien, 263. Kunstauktion, Versteigerung „Nachlass von Friedrich von Amerling“, 3.–6. Mai 1916, S. 4, Lot 44, Tafel 6 (Abb.);
europäischer Privatbesitz

Ausstellung

Amerling-Ausstellung 1888, Österreichischer Kunstverein Wien

Literatur

Günther Probszt, Friedrich von Amerling. Der Altmeister der Wiener Porträtmalerei, Wien 1927, S. 145, Nr. 914

€ 15.000 - 30.000

Friedrich von Amerling genoss vor allem als Porträtmaler großes Ansehen, Landschaften hingegen sind von ihm nur wenige bekannt. Vorzugsweise malte er diese in den 1850er-Jahren. Es handelt sich dabei um Phantasielandschaften, teils mit idyllischen Szenen und dem Müßiggang frönenden Figuren, oder um dramatisch aufgebaute „Weltenlandschaften“, in denen die Natur mit all ihrer Kraft Hauptdarstellerin ist.

Vorliegendes Werk aus dem Jahr 1856, welches bei Probszt mit dem Titel "Große Landschaft mit Baum und Marmorgruppe" (Nr. 914) verzeichnet ist, zeigt eine weite Phantasielandschaft mit Ausblick auf das Meer. Im Zentrum der Darstellung steht ein Heiliger Hain mit Tempelanlage und einem steinernem Monument, auf dessen Sockel Mars und Venus zu erkennen sind. Zahlreiche bunt gekleidete Nymphen bevölkern die Waldlichtung und tummeln sich sogar im Wasser des Flusses im Vordergrund. Mit lockerem Pinselstrich und farbiger Finesse ist hier dem berühmten Porträtisten eine Landschaftsdarstellung gelungen, die durch Phantasie und Lebendigkeit besticht und Amerlings Talent auch in diesem, für ihn ungewohntem Fach, zum Ausdruck bringt. (MS)