Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

06. Oktober 2015, 14:00 Uhr

0430

Kiki Kogelnik*

(Bleiburg 1935 - 1997 Wien)

„Censorship“
1996
Glasskulptur, Auflage: 1/10
H. 52.7 cm
Signatur und Auflage am Sockel: K.K. 1/10

Provenienz

1997 bei Berengo Fine Arts Venedig erworben; Privatsammlung, Texas, USA; Heritage auction house, Texas (2015); seither Privatbesitz, Österreich

Fotoexpertise von Berengo Fine Arts (Glass Furnace & Gallery) liegt bei.

€ 30.000

Die „Venetian Heads“ entstammen einer Zusammenarbeit Kiki Kogelniks mit einer venezianischen Glasmanufaktur, die 1994 erstmals zustande kam. „Censorship“ entstand als Teil eines weiteren, zwei Jahre später stattfindenden Projekts.
Kiki Kogelnik war in den 50er Jahren Teil der jungen Wiener Avantgarde um die Galerie nächst St. Stephan und später in engem Kontakt mit den Protagonisten der Pop-Art in New York.
Dementsprechend ist ihre Arbeit geprägt von greller Buntheit und der Betonung der Fläche, die sie mit farbigen Feldern überzieht. Die Kompositionen setzen sich zu einem großen Teil aus wiederkehrenden Formen und Symbolen zusammen, etwa der Maske, der Schere, oder den Umrissen von Körpern und Körperteilen. Ab den 80er Jahren reduziert Kogelnik ihre Figuren auf die Köpfe. Durch die Verwendung von Schablonen, die für ihr Werk bezeichnend ist, schafft sie Verbindungen zwischen den einzelnen von ihr verwendeten Medien Malerei, Grafik, Installation und Keramik. Auch die Glasskulpturen sind dadurch in das Gesamtwerk eingebunden: Kogelnik überträgt den bekannten Umriss ihrer Köpfe auf das Glas, wobei die traditionelle Methode der Glasproduktion von Murano eine Weiterentwicklung der Form ins Dreidimensionale erlaubt und Kogelniks Hang zu strahlenden Farben entgegenkommt.
„Ich meinte mit dem Wasser aus den Lagunen von Venedig zu arbeiten. Zum Schluss ist es so, als ob das Wasser gefroren wäre – daher nenne ich diese Serie „Venetian Heads“. (Kiki Kogelnik)
Die Zurücknahme der Farbpalette zugunsten von Grauwerten, Schwarz und Weiß ist typisch für das späte Werk Kiki Kogelniks, was etwa beim ebenso 1996 entstandenen „Totentanz“ im Innenraum des Karners von Stein deutlich wird. Als eine der letzten Werkserien der früh verstorbenen Künstlerin verbinden die „Venetian Heads“ in sich die farbliche und formale Klarheit der Pop Art mit einer an Werke der Wiener Werkstätte gemahnenden Tradition der Kleinplastik und legen so ein erfrischendes Zeugnis vom Lebenswerk einer international anerkannten, österreichischen Künstlerin ab. (Nina Binder)