Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

25. November 2014, 15:00 Uhr

0012

Gustav Klimt

(Wien 1862 - 1918 Wien)

„Freundinnen“
1916/17
Bleistift auf Papier
46 × 39,5 cm
Nachlass-Stempel rechts unten (verblasst)

Provenienz

aus dem Nachlass des Künstlers; Karl & Faber München, 113. Auktion, 06. bis 07. 06. 1968, Los 955 (Abb. S. 204, liegend abgebildet); Hauswedell & Nolte Hamburg, 199. Auktion, 06. bis 08. 06. 1974, Los 990 (Abb. S. 296, liegend abgebildet); Auktionshaus Stahl Hamburg, Auktion am 26. 11. 2011, lot 231; Privatbesitz, Deutschland

Literatur

Alice Strobl, Gustav Klimt, Die Zeichnungen 1912-1918, Bd. III, Salzburg 1982, WV-Nr. 2827, Abb. S. 175

€ 35.000

Im Zusammenhang mit seinem späten Gemälde "Die Freundinnen" (1916/17), in dem sich ein nacktes junges Mädchen an eine reifere, mit rotem Gewand und Turban bekleidete Frauengestalt schmiegt, schuf Klimt zahlreiche Studien, sowohl von einzelnen Modellen als auch von unterschiedlichen Figurenkonstellationen. Die vorliegende Arbeit gehört einer kleinen Gruppe von Blättern an, die der Situation im Gemälde schon weitgehend entsprechen (vgl. Strobl, Bd. III, 1984, Nr. 2826-2829). Wie ein Stenogramm wirkt das auf die allerhöchste Essenz reduzierte, ungleiche Frauenpaar. Eine mehrfach übergangene, kontinuierliche Wellenlinie beschreibt die Umrisse der jungen, nackten Gestalt, die von der linken Kontur ihrer älteren Gefährtin - hier noch in einer Strassenbekleidung dargestellt - wirkungsvoll überschnitten wird. Zu dieser räumlichen Abstufung gesellen sich die subtilen Graunuancen des energisch geführten Bleistifts, wobei - charakteristisch für Klimt - das tiefste Dunkel den erotischen Signalen vorbehalten bleibt: der zentral positionierten Brustwarze und dem leicht geöffneten, sinnlichen Mund des jungen Modells. (Marian Bisanz-Prakken)