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Auction: 19th Century Paintings

19. June 2012

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0142

Marie Egner

(Radkersburg 1850 - 1940 Maria Anzbach)

„Blühender Baum“
um 1891
Öl auf Karton
51 × 71 cm

Estimate: € 35.000 - 70.000
Result: € 45.000
Auction is closed.

Marie Egner
(Radkersburg 1850 - 1940 Maria Anzbach)

Blühender Baum am Ententeich
Öl auf Karton, 51 x 71 cm
um 1891
Signiert rechts unten: M. Egner
Provenienz: Galerie Giese und Schweiger, Wien; Privatbesitz, Wien
Literatur: Martin Suppan/Rupert Feuchtmüller. Marie Egner. Eine österreichische Stimmungsimpressionistin, Band II, Wien 1993, S. 316, WV-Nr. 310 (Abb.); KA Stöckl, 2.3.1908, Nr. 16 (Abb.)

Marie Egner wurde als Tochter einer Försterfamilie im südsteirischen Radkersburg geboren. Als Frau zu akademischen Veranstaltungen nicht zugelassen, erhielt sie Privatunterricht. Zunächst in Graz bei Hermann von Königsbrunn, dann ab 1872 bei Carl Jungheim in Düsseldorf. Sowohl ihr Grazer Lehrer als auch der Düsseldorfer, förderten ihre Neigung zur Pleinair-Malerei. Dennoch nahmen beide Lehrer auf die weitere Entwicklung ihres Werkes wenig Einfluss. Egner schrieb 1875 in ihr Tagebuch:"… Der Weg ist mir gewiesen; die Anleitung war gut, die Natur sehe und verstehe ich, das andere ist eigene Sache…"
Im selben Jahr verließ sie Düsseldorf und bezog ein eigenes Atelier in Wien, wo sie in ihrem Atelier eine private Malschule eröffnete, die sie mit großem Erfolg bis 1910 leitete. Um 1880 lernte die Künstlerin Emil Jakob Schindler kennen und verbrachte mit ihm und seinen Schülern Carl Moll und Olga Wisinger-Florian einige künstlerisch fruchtbare Sommer auf Schloss Plankenberg. Die Begegnung mit Emil Jakob Schindler war entscheidend für ihr künftiges Oeuvre. In seinen Bildern sah sie ihre innere Bindung an die Natur bestätigt und sie lernte von ihm zu „schauen“, „(…) welche Fülle und Poesie das kleinste und geringste Ding in der Natur in sich birgt, was wir alle Tage sehen und deshalb nicht beachten (Tagebuch der Künstlerin).“ Trotz der großen Persönlichkeit Schindlers gelang es Marie Egner einen eigenen, unverkennbaren Stil zu entwickeln. Die Farbe gewinnt in ihren Bildern an Eigenständigkeit, ihre Malerei ist weicher und verschwommener. Es ging der Künstlerin vor allem darum einen geschlossenen Farbraum darzustellen, eine Momentaufnahme in dem das Licht eine zentrale Rolle spielt. Schon ab 1874 war sie neben zahlreichen Ausstellungen im Wiener Künstlerhaus auch auf vielen internationalen Ausstellungen vertreten, unter anderem an der Londoner Royal Academy 1888, der Großen Berliner Kunstausstellung 1896, 1898, 1899, an der Pariser Weltausstellung 1900 und an der Internationalen Kunstausstellung Düsseldorf 1904.
In den 1890er Jahren unternahm Marie Egner mehrere Reisen nach Böhmen, England, Griechenland, Holland, Italien, Frankreich und Deutschland. 1897 wird sie Mitglied im Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen in Wien. Die Landschaftsmalerin Marie Egner zählt heute neben Tina Blau und Olga Wisinger-Florian zum „Dreigestirn“ der österreichischen Stimmungsimpressionistinnen.
(vgl. Suppan, Wien 1993, S. 10 ff.)