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Auction: Private Collection Mag. Peter Kovacek

21. October 2025, 4:00 pm

Object overview
Object

0017

Dagobert Peche

(St. Michael 1887 - 1923 Mödling)

„"Kaffeeservice" (Coffee Service)“
Wiener Werkstätte, 1922
silver, hammered decoration, ivory knob and handles; 5-piece service, consisting of: 1 tray, 1 coffee can, 1 sugar bowl, 1 milk can and 1 sugar tongs; each marked with "WIENER/WERK/STÄTTE", Eurasian hoopoe hallmark, silver fineness "935" and "MADE/IN/AUSTRIA", partially with designer monogram "DP"
42.8 x 37.5 cm (tray), h. 27 cm (coffee can), h. 10.4 cm (sugar bowl), h. 9.2 cm (milk can), l. 12.1 cm (tongs)

Literature

Deutsche Kunst und Dekoration, 1923, band 11, p. 99;
Wiener Werkstätte archive, MAK, Vienna: Inv.-no. WWF 96-238-2 (design); Inv.-no. WWF 96-224-1, WWF 137-12-1 and WWF 96-238-2 (contemporary photographs);
Max Eisler (ed.), Dagobert Peche. Stuttgart 1992 (Reprint from 1925), p. 27;
Peter Noever (ed.), Die Überwindung der Utilität. Dagobert Peche und die Wiener Werkstätte, Ostfildern 1998, p. 213, illus. 31;
Christian Witt-Dörring (ed.), Wiener Werkstätte. 1903-1932. The luxury of beauty, Munich/London/New York 2017, p. 170, illus. 17, p. 480, illus. 14;
Lilli Hollein, Claudia Cavallar, Anne-Katrin Rossberg (ed.), PECHE POP. Vienna 2025, p. 145

CITES certificate enclosed.

Estimate: € 35.000 - 70.000
Realized price: € 78.000 (incl. fees and Austrian VAT)
Hammer Price: € 60.000
Auction is closed.

In ihrem anlässlich der Eröffnung der Wiener Werkstätte veröffentlichten „Arbeitsprogramm“ haben Koloman Moser und Josef Hoffmann der kunstinteressierten Öffentlichkeit, ihren potentiellen Kunden, ihren Künstler-Kollegen und -Mitbewerbern bekanntgegeben, was in dem neu gegründeten Unternehmen hergestellt werden soll und welche Prinzipien dabei beachtet werden werden: Hervorragende Handwerkskunst, keine „Massenproduktion“, Funktionalität, Materialgerechtigkeit, Vermeidung funktionslosen Zierrats. Die auf diesen Grundsätzen aufbauenden Stilelemente sind bei fast allen von der Wiener Werkstätte nach Entwürfen Josef Hoffmanns aus den Jahren 1903 – 1906 ausgeführten Werkstücken gut zu sehen.
Für den ganz konträren Stil des Dagobert Peche existieren verschiedene Begründungen: Von „in die Wiege gelegt“ über „dem Zeitgeist entsprechend und angepasst“ bis hin zu „in bewusstem Gegensatz zu seinem Mentor Josef Hoffmann“. Und ebenso divergieren die Begründungen dafür, dass Josef Hoffmann von den vielen sich anbietenden Künstlern ausgerechnet Dagobert Peche eine Anstellung in der Wiener Werkstätte angeboten hat. Sicher ist, dass Hoffmann neben sich einen weiteren künstlerischen Leiter – an Stelle des 1908 aus der Wiener Werkstätte ausgeschiedenen Koloman Moser – einstellen wollte. Fest steht – auch das ist an unserem 5-teiligen Service deutlich zu sehen – dass seine Kreationen in geradezu betontem Widerspruch zu dem Programm der Wiener Werkstätte stehen: Verarbeitet werden meist kostbare Werkstoffe, in unserem Fall Silber und Elfenbein. Die Handhaben und Henkel sind weniger funktionell, als in erster Linie dekorativ. Auch die Verarbeitung der Gefäßkörper zu komplizierten, rund und schräg verlaufenden Kanneluren lässt sich beim besten Willen nicht als materialgerecht oder funktionsbedingt erklären; sondern im Gegenteil, als ganz bewusste Betonung des nicht Funktionellen, Dekorativen.
Genau das macht die Kunst Dagobert Peches so außergewöhnlich, genau das führt gegenwärtig, wie etwa die höchst erfolgreiche Ausstellung "PECHE POP" im Österreichischen Museum für angewandte Kunst dieses Jahr veranschaulicht hat, zu einem Revival und weiterwachsenden Interesse an Arbeiten dieses vielseitigen Künstlers. (EP)