Artists from P-T

Sergius Pauser

Wien 1896-1970 Klosterneuburg

Sergius Pauser wurde am 28. Dezember 1896 in Wien als Sohn eines Dentisten geboren. Seine Mutter starb sehr früh als er gerade einmal drei Jahre alt war. Nachdem der Vater neu geheiratet hatte zog die Familie in das niederösterreichische Waidhofen. Im Jahre 1913 litt der junge Pauser an einer schweren psychischen Depression und schwieg ein Jahr. Eine Italienreise nach Rom sollte ihm bei der Genesung helfen, in dieser Zeit entstanden erste Aquarelle. Nach seiner Matura meldete er sich als Freiwilliger zur Traintruppe, zieht als Fähnrich nach Russland und erkrankt im Jahre 1917 an einer schweren Tuberkulose und kommt ins Lazarett.

Nach dem Ersten Weltkrieg geht er nach München und studiert an der Akademie bei Karl Caspar, J. Becker-Bundahl und Ludwig von Herterich. 1924 zieht er nach Ybbs und heiratet dort Anna Maria Schrey, mit der er zurückgezogen auf dem Land lebt und sich in seine Stillleben- und Porträtmalerei vertieft. Ein paar Jahre später zieht es ihn jedoch nach Wien, wo er drei Monate an der Akademie bei Karl Sterrer lernt. 1927 wird er Mitglied der Wiener Secession und war in den darauffolgenden Jahren immer wieder mit vielen Werken vertreten. Neben vielen Auszeichnungen wie dem Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst (1955), dem Großen Österreichischen Staatspreis für Bildende Kunst (1965) wird er 1928 mit dem Georg Schicht-Preis für das beste Frauenporträt des Jahres ausgezeichnet, mit der Begründung, „Der Preis wurde der Arbeit des Malers Sergius Pauser zugesprochen, weil sein Frauenbildnis in edler Sachlichkeit, unter Verzicht auf konventionelle Pose, die Frau von heute darstellt, welche geistige und seelisch tief interessiert ist an dem Wesen und Werden unserer Zeit.“. Wenig später organisierte er eine gemeinsame Ausstellung mit einigen Künstlerkollegen wie Josef Dobrowsky, Franz von Zülow und Ernst Huber in seinem Atelier.

Auch internationaler Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. So nahm er in den Jahren 1934 und 1936 an der Biennale di Venezia teil. Dank wohlhabenden Mäzenen, die neben Landschaftsbildern auch viele Porträts bei ihm in Auftrag gaben, ermöglichte ihm diese Situation einige Reisen nach Italien, Frankreich und in die Schweiz zu unternehmen, wo er zünftig auch ausstellte, wobei er einige Werke sogar in die USA schickte.

1943 unterrichtet Pauser an der Akademie der bildenden Künste in Wien die Meisterklasse für Bildnismalerei und wurde 1947 zum ordentlichen Professor ernannt. Pausers regimekritische Haltung im Zweiten Weltkrieg bildete sich nicht erst nachdem Adolf Hitler, neben Gemälden Koligs und Dobrowskys, auch seine Arbeiten von den Wänden des Haus der deutschen Kunst abhing und als „entartet“ bezeichnete. Herbert Boeckl berichtete in einem Ernennungsantrag der Akademie der bildenden Künste Wiens für Pauser als ordentlichen österreichischen Akademieprofessor, dass der Antrag im Mai 1943 des damaligen Rektors abgelehnt worden ist, da Kollegen in wegen nazifeindlichen Bemerkungen angekreidet hatten und er sich erst weiter bewähren sollte.
Pausers Œuvre war vielen Wandlungen unterworfen, war er in seiner frühen Schaffensphase noch eher am Expressionismus orientiert, so wandte er sich in den 1920 Jahren der sogenannten Neuen Sachlichkeit zu. Sein späteres Werk zeigt einen eher gelösten, lockeren Pinselduktus und sozialkritische Themen.

Sergius Pauser stirbt am 16. März 1970 im Alter von 74 Jahren in Klosterneuburg und wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.Wien 1896 - 1970 Klosterneuburg

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