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Johann Christoph Ludwig Lücke

wohl Dresden um 1703-1780 Danzig

Johann Christoph Ludwig Lücke (um 1703 - 1780) war möglicherweise ein Schüler von Balthasar Permoser. Er begab sich in seiner Lehrzeit auf Wanderschaft in die Niederlande, nach Norddeutschland und wahrscheinlich auch nach Frankreich. Lücke arbeitete neben Stein vor allem im kostbaren Material Elfenbein, aber auch in Porzellan. So war er ab 1728 in der Porzellanmanufaktur Meissen als Modellmeister nach Johann Gottlieb Kirchner tätig. Unstimmigkeiten führten dazu, dass er die Manufaktur schon ein Jahr darauf wieder verließ und weiter nach Dresden reiste, wo er sich vergeblich um die Stelle des Hofbildhauers und Nachfolgers Balthasar Permosers bewarb. Dennoch blieb er in Dresden und nahm einige Aufträge in der Umgebung an, so etwa für den Herzog von Mecklenburg-Schwerin. Es scheint fast so, als wäre sein Leben auf ständige Wanderschaft ausgerichtet gewesen zu sein, da er wiederum ab 1747 in Hamburg greifbar war und - mit kurzen Zwischenaufenthalten in anderen Städten - im Jahr 1750 nachweislich als Modellmeister an der Wiener Porzellanmanufaktur auftauchte. Es zieht in jedoch schon ein Jahr weiter nach Hamburg und von dort nach Kopenhagen. Lücke dürfte sich in dieser Zeit an einigen Porzellanmanufakturen als Modellmeister beworben haben und zum Teil auch als solcher tätig gewesen sein.
Er wird als hochbegabter, aber schwieriger Mensch charakterisiert, dessen unsteter Geist sich in seiner beinahe permanenten Wanderschaft widerspiegelt. Abgesehen von seinen Arbeiten in Porzellan, das ihm jedoch als Werkstoff nicht so recht gelegen hat, sind vor allem seine Kleinplastiken von Elfenbein gefragte Sammlerstücke. Er fertigte aus diesem Material, teilweise basierend auf der niederländischen Schnitztradition des 16. und 17. Jahrhunderts, allegorische, humorvoll-kritische und kuriose Kunstkammerstücke an. (Literatur: Christian Theuerkauff, Die Bildwerke in Elfenbein des 16.-19. Jahrhunderts, Berlin 1986, S. 193-194)wohl Dresden um 1703 - 1780 Danzig

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