131. Auktion
Klassische Moderne
4. März: 14 Uhr
Zeitgenössische Kunst
04. März: 18 Uhr

Im März starten wir offiziell in unser Auktionsjahr 2020 – nämlich mit unserer Kostbarkeiten Auktion. Um Ihnen bereits jetzt einen Blick in unsere Auswahl zu gewähren, stellen wir Ihnen hier drei Highlights aus der kommenden Auktion Klassische Moderne und Zeitgenössische Kunst vor.

Rudolf Polanszky*

Das Auktionshaus im Kinsky hält den Weltrekord für das Werk Rudolf Polanszky’s, und die Chancen stehen gut, dass auch diesmal ein toller Preis erzielt werden kann. Der österreichische Künstler wird nun auch international stark nachgefragt, eine im März eröffnende Ausstellung in der New Yorker Gagosian Gallery legt davon Zeugnis ab.

Mit seiner einzigartigen Position schreibt sich Rudolf Polanszky mit seinen „Reconstructions“ seit den 90-er Jahren in die Geschichte des Materialbildes ein. Zentral ist dabei die „Ad-hoc-Synthese“, die er als Grundlage seiner Kunst entwickelt hat. Um sich nicht von vorgeprägten Vorstellungen beeinflussen zu lassen, fügt er verschiedenste Materialien und Formen quasi zufällig zusammen, um festgefahrene Vorstellungen davon, wie etwas auszusehen hat, zu umgehen.

 

Bruno Gironcoli*

Bruno Gironcoli selbst nannte das große, vorliegende Werk mit Referenz auf die abgebildeten Ähren und den von ihnen gebildeten Brotkranz „Ankerbrot-Bild“, da er mit dem Geschäftsführer des Unternehmens befreundet war. Gironcoli mag vor allem als Bildhauer bekannt sein, doch sein malerisches Oeuvre ist mindestens ebenso interessant.

Ähnlich wie bei seinen Skulpturen setzen sich die Papierarbeiten aus verschiedensten Bildelementen zusammen, die er immer wieder neu arrangiert. Gironcoli hat damit eine eigenständige Bildsprache erschaffen, die futuristische, expressionistische und surreale Elemente in sich vereint. Die eigentümlichen metallischen Farben verleihen der Arbeit eine wertvolle, sakrale Note. Bemerkenswert ist die geballte, malerische Energie, mit der der Künstler die großen Themen von Fruchtbarkeit, dem Kreislauf des Wachsens und Vergehens und der Rolle des Menschen aufnimmt.

Erwin Wurm*

Dies ist die Gelegenheit, eine Skulptur Erwin Wurm’s zu erwerben, von der sich eine Edition auch in der Sammlung des New Yorker Guggenheim Museums befindet. Wurm’s Merkmal ist es, etwas vordergründig Einfaches wie etwa ein Bauwerk mit einem starken politischen Kontext zu kombinieren – stets mit hintergründigem Humor.

Die Architektur spielt in seinem Werk immer wieder eine Rolle: Neben dem Guggenheim ließ er das Flatiron Building schmelzen, sowie das Wittgenstein-Haus, das Loos-Haus und sein eigenes Geburtshaus.

Werner Berg

Werner Berg’s Werk kommt in den letzten Jahren zu immer höherem verdienten Ansehen. Der Kärntner Maler lebte auf einem Bergbauernhof, den er selbst bewirtschaftete. Seine Themen fand er in seiner Umwelt; die Kegelspieler tauchen erstmals in den 1960-er Jahren in seiner Bildwelt auf.

In diesem Werk beobachtet Berg die Kegler bei einem Gasthof nahe Bleiburg. Der Horizont lag unter ihnen, die lange Schatten werfende sinkende Sonne verleiht den überlangen Figuren monumentale Größe. Allein und schicksalsergeben stehen sie in eiener verlöschenden Welt. – am Höhepunkt seiner Malkunst schildert Berg damit auch seine eigene existentielle Situation.

Albin Egger-Lienz

Das imKinsky bietet hier die Gelegenheit, ein Werk Albin Egger-Lienz‘ zu erwerben, dessen bekannte Erstfassung „Bergmäher“ aus 1907 im Leopold Museum, Wien, hängt. In der Folge variierte und wiederholte er das Motiv vielfach, um es 1918 als ‚Schnitter‘ mit tief im Korn stehenden Figuren (Erstfassung mit drei Figuren, ebenso Leopold Museum) neu zu interpretieren.

Das gegenständliche Gemälde zeigt die mittlere Figur der Komposition, der vorliegende ‚Schnitter‘ stellt dabei eine repräsentative, besonders ausgewogene Fassung dar.“ Nichts in dem Bild ist dem Zufall überlassen, es stellt ein genau kalkuliertes Konzentrat dar, Licht und Schatten verleihen der Figur eine prägnante Plastizität.

Kolo Moser

Das Gemälde zeigt den Blick von der Villa Mautner v. Markhof am Wolfsbergkogel in Semmering zur Rax. Diesen Ausblick muss Kolo Moser sehr geliebt haben, denn er hat ihn in zahlreichen Gemälden, die vor allem um 1913 entstanden sind, in den unterschiedlichsten Lichtstimmungen festgehalten. Standort der Staffelei war ein Balkon, ein Aussichtspunkt, den man noch heute in der in Privatbesitz befindlichen Villa einnehmen kann.

Seit seiner 1905 geschlossenen Ehe mit Ditha Mautner von Markhof hielt sich Kolo Moser regelmäßig im Haus am Semmering auf und schuf dort zahlreiche Gemälde. Diese Bild ist ein gutes Beispiel dafür, wie Kolo Moser in seinen Landschaftsbildern seine Naturwahrnehmung künstlerisch übersetzet, indem er sie farblich und flächig verdichtet.