Zeitgenössische Künstlerinnen im Dialog mit Alten Meistern

Titanilla EisenhartGeorg Gärtner d. J.| Maria HahnenkampKünstler d. 17. Jhd.Luisa KasalickyRoelof van Vries | Suse Krawagna – Gerrit van Vucht | Maria LegatTheodor van Thulden | Julie MonacoAdriaen Cornelisz Beeldemaker | Astrid RauschDeutsche Schule, 18. Jhd. | Eva WagnerJan van Kessel d. Ä.| Anita WitekLuca Giordano Umkreis

Kurator: Stefan Rothleitner

Im September 2019 eröffnet das Auktionshaus im Kinsky im hausinternen KUNSTRAUM seine nunmehr dritte Ausstellung. Als Kurator konnte Stefan Rothleitner gewonnen werden, der neun zeitgenössische Künstlerinnen in einen ungewöhnlichen wie vielseitigen Dialog mit Gemälden Alter Meister aus dem Angebot der am 22. Oktober stattfindenden Auktion im Kinsky setzt.

Die Gegenüberstellung zwischen Zeitgenössischer Kunst und Alten Meistern soll die Bedeutung und Relevanz von Kunst im Allgemeinen und Epochen übergreifend aufzeigen. Sammler konzentrieren sich in ihren Vorlieben meistens auf eine bestimmte Sparte. Die Ausstellung möchte diese Trennung aufweichen und spannende Fragen an das jeweilige Medium stellen, indem inhaltliche und formale Bezüge hergestellt werden.

Die Ausstellung vereint neun österreichische Künstlerinnen einer mittleren Generation, die in den Medien Malerei und Fotografie tätig sind. Für ihre insgesamt 21 ausgewählten und in ihrer Handschrift sehr prägnanten Arbeiten wählte jede Künstlerin je ein Gemälde eines Alten Meisters.

Die Interaktion schafft neue Perspektiven für den Betrachter und ermöglicht neue Einblicke in die Qualität und die Besonderheiten jedes Bildes. Gerade der von Theorien und Geschmackslaunen befreite Blick der Künstlerinnen lässt Neues entdecken und überraschende Parallelen zwischen Einst und Jetzt erkennen.

Der Titel „Das ist kein Musenkuss, Liebster!” möchte in einer selbstbewussten, gleichzeitig koketten und auch liebevollen Weise versinnbildlichen, dass neun zeitgenössische Künstlerinnen souverän in ihrer persönlichen Annäherung an ihren favorisierten Alten Meister agieren, die einst selbst Zeitgenossen ihrer Zeit gewesen sind.


Info

„Das ist kein Musenkuss, Liebster!” KUNSTRAUM im Kinsky
Ausstellung: 17. September bis 25. Oktober 2019, Mo-Fr / 10 – 18 Uhr
Palais Kinsky, Freyung 4, 1. Innenhof rechts, 1010 Wien

VERKAUFSAUSSTELLUNG

Titanilla Eisenhart

Titanilla Eisenhart, 1961 geboren in Wien. Lebt und arbeitet in Wien. Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Titanilla Eisenhart hat in Malerei, Zeichnung und Objekt ein vielseitiges Werk entwickelt. Sie kombiniert figurative mit abstrakten Elementen, die immer etwas Narratives aufweisen. Der Rhythmus der Erzählweise lenkt oft ins Surreale. Typisch für ihre Malerei ist die Farbreduziertheit als Moment des Stillstandes, das nahezu Schwarzweiß ihrer Figuren lässt diese gleichermaßen frisch wie aus der Zeit gefallen wirken. Genau konstruiert hingegen scheinen ihre Farbfelder, die wie futuristische Kristalle im Bild schweben. Dabei werden Denkwelten mit Gedankensprüngen in skurriler Leichtigkeit durchmessen. Die Bedeutung der Zeichnung in ihren Collagen bedient sie mit besonderer Sorgfalt als Metapher auf Status und Macht, manchmal witzig, formal einmalig, wenngleich unprätentiös. Aus ihrer Werkserie der Cut Outs und Arbeiten mit Schablonen hat sie nun neue farbige Eisenskulpturen entwickelt.

Ihre Wahl: Georg Gärtner der Jüngere – Christus als Schmerzensmann, Öl auf Holz; 35,5 x 26 cm

„Der Dornen bekrönte Christus von Georg Gärtner d. J. hat mich in seiner Verlorenheit gerührt. Sein Ausdruck ist so wie der meiner Protagonistin verhalten, abwartend und in sich ruhend, ein Verharren in einem langen Augenblick zwischen Leid und Liebe. Durch seine stille Abwesenheit ist er sehr anwesend. Die Parallelität der sensiblen Dargestellten hier wie dort ist das Leid, die Sehnsucht nach Erlösung durch die Liebe, die eventuell nur ein Wunsch bleibt.“

Maria Hahnenkamp

Maria Hahnenkamp, 1959 geboren in Eisenstadt. Lebt und arbeitet in Wien.

Maria Hahnenkamp schafft Fotografien, die auf den ersten Blick ihren Gegenstand nicht erkennen lassen. Die hochästhetischen Arbeiten faszinieren erst einmal durch ihre formale Qualität, ohne weitere inhaltliche Bestimmung. Erst der zweite Blick offenbart ihre subtile Dramatik: Szenarien über den Körper und sein Abbild. Seit Beginn der 1980er Jahre ist Hahnenkamps Arbeit grundlegend von feministischen Debatten geprägt, in der sie den Körper der Frau und seine gesellschaftliche Verwertung und Zurichtung zum Tableau thematisiert. Einprägsam zeigt die Künstlerin seine Instrumentalisierung und die Fremdbestimmung seiner Präsentation auf. Ihre Untersuchung der Fotografie und fotografischer Bildpolitiken ist somit zugleich eine Untersuchung von Bildtypologien des Weiblichen. Dabei geht es ihr nicht um Gegenbilder, sondern um eine Art Freilegung der strukturellen Gewalt fotografischer Bilder selbst.

Ihre Wahl: Künstler des 17. Jahrhunderts – Dame als Schäferin, Öl auf Leinwand; 39 x 34,5 cm

„Meine Wahl fiel auf das Bild Dame als Schäferin. Ich finde ihren Blick magisch, wie ein Blick in eine Kamera. Und sie verkörpert für mich Weiblichkeit, die ja das Grundthema in meiner Arbeit ist. Auch nimmt das Motiv formal Bezug zu meinen Arbeiten aus der Serie mit der Burgtheaterschauspielerin Regina Fritsch in der Ausstellung.“

Luisa Kasalicky

Luisa Kasalicky, 1974 geboren in Prag. Lebt und arbeitet in Wien. Studium an der Glasfachschule Kramsach in Tirol und der Akademie der bildenden Künste Wien.

Luisa Kasalicky setzt sich in ihrer Malerei und installativen Anordnungen mit einer visuellen Umsetzung von Beobachtungen aus unterschiedlichen Quellen auseinander. Dabei wird das persönlich erfahrene Material in Einzelteile zerlegt, in codierten Fragmenten und Modulen neu in Beziehung gesetzt und malerisch auf die Leinwand übertragen. Ihre collageartigen, leicht dreidimensionalen Wandarbeiten bestehen meist aus Schablonen, die im Atelier vorproduziert werden und jeweils neu zusammengebaut werden können. Die einfachen Flächen und geometrischen Elemente werden zu komplexen Gebilden umgewandelt und erlauben der Künstlerin malerische Untersuchungen, wie das Verhältnis von Fläche, Raum und Monochromie. Diese Analyse verfolgt sie auch in den reinen Malereien, die derzeit auch seriell entstehen. Hier treten die einzelnen Elemente wie in einer Inszenierung zueinander in Beziehung. Es entwickeln sich spezifische Dynamiken, welche geometrische und farbige Strukturen aufgreifen.

Ihre Wahl:  Roelof van Vries – Parklandschaft, Öl auf Holz; 41,5 x 31,5 cm

Hinter dem Vorhang – auch so könnte der Bildtitel für Parklandschaft, gemalt von Roelof von Vries lauten. Könnte ich selbst im Bild stehen so würde ich den Weg weiter gehen und nachsehen, was sich wohl hinter diesem dicht gewebten Laub aus einer Million Blätter befindet.“

Suse Krawagna

Suse Krawagna, 1964 geboren in Klagenfurt. Lebt und arbeitet in Wien. Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien und dem Royal College of Art London.

Suse Krawagna setzt sich in ihrer Arbeit konsequent mit Fragen an die Malerei auseinander. Den Ausgangspunkt für ihre abstrakten und meist großformatigen Bilder, die sie in Serien anlegt, bilden meist beiläufig wahrgenommene Gegenstände oder Architekturelemente. Die Arbeit an einer Serie, die sich einem konkreten Motiv bzw. Thema widmet, dauert oft mehrere Monate und manchmal auch Jahre. Die einzelnen Elemente der Komposition, die Farbflächen und linienhaften Strukturen, werden in Reaktion, Überprüfung und Abwandlung mit dem jeweils vorhergehenden Bild generiert und entwickelt. Suse Krawagna versucht so zu einem Zustand der Konzentration zu gelangen und fragt nach dem Gehalt von Formen, Farben und Konstellationen, wobei die Wahrnehmung des Bildraums als autonomes ästhetisches Ereignis in den Mittelpunkt gestellt wird.

Ihre Wahl: Gerrit van Vucht – Stillleben mit Römer (Pendants), Öl auf Kupfer; je 13 x 15,5 cm

„Die beiden kleinen Werke fesseln mich aus mehreren Gründen: Es ist die Atmosphäre, die Ruhe und der Glanz. Das Miniaturformat ist faszinierend. Das Thema der Pendants ist in Gegenüberstellung zu meiner eigenen seriellen Arbeitsweise interessant. In meinen Bildern kommt es immer wieder zur Wiederholung gleicher Formen und Abweichungen davon. Bei Gerrit van Vucht finden sich die gleichen Elemente wie ein Trinkglas oder Obst in anderer Anordnung in beiden Bildern.“

Maria Legat

Maria Legat, 1980 geboren in Villach. Lebt und arbeitet in Wien. Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Maria Legat ist geprägt von Gedanken zu gesellschaftlichen Einflüssen und sozialpolitischen Spannungsfeldern unserer Zeit, die sie in ihrer Bildsprache reflektiert. In ihren Bildern stellt sie Fragen nach dem Zustand unserer Welt und ihrer Zukunft. Sie präsentiert keine einfachen Antworten, sondern fordert uns heraus mit den assoziativen Bildelementen, die sie zu einem konzeptuellen und emotionalen Spannungsfeld zueinander in Beziehung setzt. Seit 2014 arbeitet sie an einer Werkserie mit dem Titel „Und zur Lage der Welt“. Die eigene Zubereitung der Farben ist Auftakt zur Reaktion auf die Eigendynamik der Materialien nach einem intensiv-figurativen Aufbau. Legats Gemälde sind narrativ, jedoch niemals eindeutig. Sie schüren den Willen zu verstehen, ohne unangenehme Ambivalenzen zu ersparen, sind abhängig von Interpretation und Dialog.

Ihre Wahl: Theodor van Thulden – Das Salomonische Urteil, Öl auf Kupfer; 39,5 x 51,5 cm

„Es war schwer für mich, eine Auswahl zu treffen. Ich habe mich nicht wirklich sofort in ein Alte-Meister-Bild verliebt. Meine Wahl fiel schließlich auf das Bild Das Salomonische Urteil. Es hat durch das Thema eines sozialen tiefmenschlichen Konflikts verbunden mit einem offenbar grausamen, aber doch sehr klugen Einschreiten spannende inhaltliche Analogien zu meinen Arbeiten. Die Stofflichkeit der Gewänder im Bild ist formal interessant, beschäftigen mich gerade ähnliche Strukturen.“

Julie Monaco

Julie Monaco, 1973 geboren in Wien. Lebt und arbeitet in Wien. Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien.

Julie Monaco liefert Stimmungsbilder, die Vorstellungen von Natur entsprechen und an große Gefühle appellieren. Ihre phantastischen Bildwelten fesseln mit ihrer Suggestivkraft; dabei changieren sie zwischen Erhabenheit und Neoromantik. Ihre glatten Oberflächen sind verführerisch und bedrohlich zugleich. Die Bilder sind jedoch kein Abbild von Realität, sondern basieren auf numerischen Codes und werden am Computer rein digital erstellt. Für die so konstruierten Images gibt es keine konkreten Vorlagen, noch werden sie von einem wirklichen Bild abgeleitet. Nochmals analog abfotografiert werden sie im Fotolabor händisch im Wasserbad entwickelt. Dadurch werden digitale Pixel wieder in analoge Körner umgewandelt, und jedem Bild wird noch sein individueller Farb- und Tonwert verliehen. In den aktuellsten Serien werden die computergenerierten Bilder im Labor chemischen Prozessen unterzogen, wodurch sie ein gestalterisch prägendes und visuell fesselndes Element erhalten.

Ihre Wahl: Adriaen Cornelisz Beeldemaker, Diana und ihr Gefolge, Öl auf Leinwand, 99,5 x 121 cm

„Die Göttin Diana ganz bei sich, in ihrer vollen Stärke. Im Dunkeln der Nacht strahlt ihre Haut im hellen Licht des Mondscheins. Ihre Hand leitet das Auge des Betrachters auf eine offene erhellte Himmelsfläche. Die geführte Lichtdarstellung und die Kraft im Ausdruck, ihre Eleganz und Energie berühren mich. Meine Bilder definieren sich durch die Zahlen 0 und 1. Licht und kein Licht. Ein Innenleben im Außen dargestellt zu einer Fläche. Eine wilde Jagd der Zahlen-Chemie um ein Bild zu werden.“

Astrid Rausch

Astrid Rausch, 1975 geboren in Innsbruck. Lebt und arbeitet in Wien. Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Astrid Rauschs abstrakte Bilder entwickeln sich auf den zweiten Blick zu weichen Landschaften in einer sehr malerisch freien Ausführung. In ihrem bewussten Spiel mit dem Wechsel von pastosem und dünnem Farbauftrag kann der Betrachter die Farbe nicht nur mit den Augen, sondern teilweise auch fast haptisch erfahren. Manchmal tauchen in den Bildern Wesen auf, welche uns helfen den abstrakten Bildraum einzuordnen und in ein bekanntes Umfeld zu projizieren. Plötzlich werden dünn lasierende Farbstellen, die über die Bildoberfläche rinnen, zu Wasser oder Himmel oder in ganz feinen Formulierungen zu Vegetation. Geprägt vom Interesse für das Prozesshafte lässt die Künstlerin in ihrer Malerei ein scheinbares Chaos von rinnender oder in Pfützen von langsam trocknender Farbe zu. Die unbestimmbaren menschlichen oder tierischen Figuren, die ab und an zum Vorschein kommen, führen zu einer räumlichen Verortung in einer traum- oder märchenhaften Bildlandschaft, die nie eine eindeutige Lesbarkeit zulässt.

Ihre Wahl: Deutsche Schule, 18. Jhd. – Alchemistenwerkstatt, Öl auf Leinwand; 47,5 x 65 cm

„Meine Wahl fiel auf das Bild Alchemistenwerkstatt aufgrund seiner intimen und geheimnisvollen Atmosphäre. Interessant sind für mich die markanten Ausdrücke der Figuren, der formale Aufbau des Bildes und die Analogie zwischen Atelier und Alchemistenwerkstatt wie dem Mischen der Farben und der Prozesshaftigkeit der Malerei.“

Eva Wagner

Eva Wagner, 1967 geboren in Salzburg. Lebt und arbeitet in Wien. Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien und an der Universität für angewandte Kunst Wien.

Für Eva Wagner sind Reisen eine wichtige Inspirationsquelle. Dabei geht es nicht um den Ort an sich, sondern die Atmosphäre, das Licht und die Stimmung. Ihre Bilder sind stets ein Spiel mit der Sensibilität des eigenen Blicks, zwischen Bewusstem und Unbewusstem. Szenen werden vermischt und Eindrücke durch unterschiedliche Farbschichten neu miteinander verwoben, wodurch ein Eindruck des Flüchtigen und Vorbeiziehenden entsteht. Bewegte Bilder, in denen Menschen, Alltagssituationen oder Landschaften aus der Abstraktion auftauchen, schimmern wie durch eine verschwommene Matrix. Manchmal kann der Betrachter dasselbe Bild von verschiedenen Betrachtungsebenen aus und sich wiederholenden Ausschnitten in unterschiedlichen Scharfstellungen beobachten. Aktuell haben sich „Wiesenstücke“, ein per se traditionelles Sujet, beeindruckend zeitgenössisch formuliert dazu gesellt.

Ihre Wahl: Jan van Kessel der Ältere – Insekten mit Blütenzweig, Mischtechnik auf Pergament; 10 x 14 cm

„Die Naturstudien von Jan van Kessel bilden Analogien zu meinen in den letzten Jahren entstandenen Insektenbildern und Wiesenstücken. Auch wenn es ihm um die reine Naturdarstellung und Dokumentation von Flora und Fauna zu gehen schien, lasse ich mich von der Natur nur inspirieren um dann in den Wiesenstücken freie malerische Interpretationen zu schaffen. So entdecke ich für mich und meine Malerei doch Parallelen zu ihm.“

Anita Witek

Anita Witek, 1970 geboren in der Steiermark. Lebt und arbeitet in Wien. Studium an der Universität für angewandte Kunst Wien und am Royal College of Art London.

Anita Witek versteht Fotografie als Werkstoff. Dabei untersucht sie eine aktuelle visuelle Kultur, insbesondere die Verbreitung von Bildern in kommerziellen Printmedien und Plakatwerbung und ihre Rolle bei der Bildung von Identitäten, Mode und Geschmack. Ihre zentrale Praxis ist die der Fotomontage, bei der sie auf ein vorhandenes Bildreservoir aus Gebrauchsfotografie und Alltagsbilder zurückgreift, das sie vorwiegend aus Magazinen und Zeitungen entnimmt. Durch Sezieren und Schneiden in diese Materialien entfernt sie die zentralen Motive und dekonstruiert und destabilisiert so den Inhalt. Aus den ausgeschnitten Resten bildet sie dann lose geschichtete, neue abstrakte Konfigurationen, die sie anschließend mit der fotografischen Linse analog fixiert. So entstehen in ihren Fotoarbeiten fiktive Räume oder Raumgebilde, die Witek in der letzten Zeit auch überdimensional aufgeblasen als Rauminstallationen umsetzt.

Ihre Wahl: Luca Giordano – Evangelist Matthäus, Öl auf Leinwand ; 91 x 69,5 cm

„Ein Mann, der über seine nackte Schulter blickt. Die Miniatur am Bildschirm war so klein und das Bild so dunkel, dass ich nur fantasieren konnte, was er hinter sich zu erspähen versuchte. Ich wartete bis sich die zweite Sendung mit den hochaufgelösten Bildern auf den Rechner lud. Blitzschnell scrollte ich nach unten auf der Suche nach Hellbraun, Dunkelbraun, Rosé, viel Schatten, wenig Weiß. Jetzt erkannte ich es. Eine kleine Gestalt mit Kindergesicht schwebte hinter ihm. Auch wenn man glauben konnte, dass die beiden im Dialog waren, so blickte der Mann seitlich an der kleinen Gestalt vorbei und fixierte etwas, das sich außerhalb des Bildrandes befand. Die Welt, unsere Welt, das Jetzt.“