Dieses Exponat war Teil der Sommerauktion vom Do, 25. Juni 2020.
Archiv: Lot 1741 zoom

1741

Mario Dalpra

Friendly Corona

Schätzpreis € 35.000 - 55.000

Meistbot € 35.000
(ohne Aufgeld)
  • Detailbild 1: Kat. 1741
  • Detailbild 2: Kat. 1741

Mario Dalpra

(Feldkirch 1960 geb.)
Friendly Corona, 2018-2019
Bronze, patiniert; 190 x 120 x 80cm
Monogrammiert und datiert unten: MD 18-19
Mit Original-Sockel
Provenienz
Galerie Gans, Wien;
Privatsammlung, Wien
Ausstellung
Art Karlsruhe, Galerie Gans, Februar 2020


Der Vorarlberger Skulpturist, Maler, Zeichner, Musiker, Film- und Performancekünstler Mario Dalpra zählt zu den international erfolgreichsten österreichischen Künstlern der Gegenwart. Er lebt und arbeitet in Wien, Indonesien und Indien und konnte bereits auf zahlreichen Ausstellungen weltweit reüssieren. Die unverwechselbaren lebensfrohen Arbeiten des Arnulf Rainer Schülers lassen sich nur schwer in einen kunsthistorischen Kontext einordnen sondern stehen in ihrer einzigartigen, durchaus auch (im positiven Sinne) dekorativen Handschrift ganz für sich, ohne bestimmte Aussagen tätigen zu wollen. Farbenlust, Formenreichtum und Bewegung prägen besonders seine Skulpturen: Hochglanzbronzen, lackiertes Aluminium oder bemaltes Holz sind die bevorzugten Materialien aus denen ein ganzes Universum von poppig – naiv anmutenden Wesen in intensiven bis schrillen Farben entsteht: Mischwesen, deren Formen ebenso an außerirdisches Leben denken lassen wie an Mikroorganismen (in der hier vorliegenden Bronze gesellt sich der ungeplant aktuelle Bezug zur derzeitigen Pandemie Problematik hinzu, dem man - wüsste man es anhand des Entstehungsdatums nicht besser – eine gehörige Portion Zynismus des Künstlers zugrunde legen könnte.) Dabei finden sich aber durchaus auch tierische und menschliche Züge, vorzüglich weibliche, häufig mit einer ordentlichen Portion Humor und Ironie gewürzt. Dalpras Arbeiten entziehen sich bewusst jeglicher Kontextualisierung, vielmehr sollen sie in ihrer Leichtigkeit Freude bringen, die Fantasie des Betrachters anregen und möglichst viel Spielraum für individuelle Interpretation bieten. Lediglich eine versteckte Kritik an dem stark gewinnorientierten und oberflächlichen Kunstmarkt bringt eine nachdenklichere Nuance in Dalpras Arbeiten, die man – wenn man denn unbedingt möchte - noch am ehesten in der Nähe von Werken der Cobra Gruppe, der Art Brut, den Neuen Wilden oder Bildern Jean Michel Basquiats verorten könnte. Inspirationen aus fernen Ländern und Ethnien charakterisieren Dalpras Skulpturen ebenso wie ihre extrem haptische Ausstrahlung, man möchte sie im wörtlichsten Sinne gerne „begreifen“. Die intensive Raumpräsenz, die von ihnen ausgeht, verstärkt Dalpra gerne, indem er rollbare Podeste verwendet um seine Werke flexibel platzierbar zu machen und so den Raum ästhetisch zu formen. Mario Dalpras Kunst zielt auf Freude, Sinnlichkeit und Lustgewinn, Eigenschaften die in ihrer Zeitlosigkeit stets bestehen werden.
(Ina Waldstein)