Dieses Exponat war Teil der Sommerauktion vom Di, 23. Juni 2020, 15:00 Uhr.
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0016

Michele Marieschi Umkreis

Der Markusplatz in Venedig ("Piazza di San Marco verso la basilica")

Schätzpreis € 15.000 - 30.000

Meistbot € 41.000
(ohne Aufgeld)
  • Detailbild 1: Kat. 0016
  • Detailbild 2: Kat. 0016

Michele Marieschi Umkreis

(Venedig 1696-1743 Venedig)
Der Markusplatz in Venedig ("Piazza di San Marco verso la basilica")
Öl auf Leinwand; 61 x 98 cm
Provenienz
Versteigerung Dorotheum, Wien, 14. März 1978, Lot 80 (als Michele Marieschi, mit Abb.);
seither Privatbesitz, Österreich


Wie der nur wenig ältere Canaletto (1697-1768) arbeitete auch Michele Marieschi in seiner Frühzeit als Theatermaler. Er wurde 1710 als Sohn eines Kupferstechers in Venedig geboren und erhielt seine Ausbildung wohl unter dem Figurenmaler Gaspare Diziani (1689-1767). Es wird angenommen, dass er in seiner Tätigkeit als Bühnenmaler bereits um 1720 eine Reise nach Deutschland unternommen hatte. Zurück in Venedig konzentrierte sich Marieschi unter dem Einfluss von Luca Carlevaris (1663-1730) und Marco Ricci (1676-1730) auf die besonders gefragte Vedutenmalerei. Marieschi war während seiner nur kurzen Karriere, die bereits 1743 mit seinem frühen Tod endete, einer der größten Konkurrenten Canalettos.

Michele Marieschi schuf zahlreiche autographe Versionen der Ansicht des Markusplatzes nach Osten mit Blick auf Torre dell'Orologio, Basilika, Campanile und Dogenpalast, gesäumt von den beiden in fast voller Länge gezeigten Gebäuden der Prokuratien links und rechts (vgl. Ralph Toledano, Michele Marieschi. Catalogo ragionato, Mailand 1995, S. 50-55, WV-Nr. V.3.a-i). Der gewählte Blickwinkel und der Betrachterstandpunkt verleihen der Komposition eine bühnenartige Komponente, die Marieschi, wie auch der Künstler des vorliegenden Gemäldes, mit unterschiedlichster Figurenstaffage theaterartig bespielte. Besonders hervorzuheben sind hier die eleganten Figuren der venezianischen Stadtbewohner, welche die Architekturkulisse szenographisch beleben.