Direktverkauf - Klassische Moderne: 100271

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Klassische Moderne

Wilhelm Dachauer* (Lot 6334), zoom

100271

Wilhelm Dachauer*

Die Nacht
Inklusivpreis € 25.600
  • Detailbild 1: Kat. 6334
  • Detailbild 2: Kat. 6334
  • Detailbild 3: Kat. 6334

Wilhelm Dachauer*

(Ried/Innkr. 1881-1951 Wien)
Die Nacht, 1924
Öl auf Leinwand; 102 x 115 cm
Signiert und datiert links unten: W. Dachauer 1924
Rückseitig am Keilrahmen Etikett Vereinigung Bildender Künstler Wiener Secession mit Bezeichnung: Wilh. Dachauer, Ried ... / Die Nacht
Provenienz
Dorotheum Linz, 12.11.2019, Nr. 132;
österreichischer Privatbesitz
Ausstellung
1924 Wien, Secession
Literatur
LXXX. Ausstellung der Vereinigung Bildender Künstler Wiener Secession, November-Dezember 1924, Ausstellungskatalog, 1924, Bildtafel 1;
Hans Anklitz-Kleehofen, „Die Innviertler Künstlergilde“, 1926, S. 13-32;
„Der getreue Eckart“ Jahrgang 4, Band 1, S. 463-464


Der Maler und Grafiker Wilhelm Dachauer wurde 1881 in Ried im Innkreis geboren. Das Bedürfnis nach einer künstlerischen Ausbildung stieß bei den Eltern zunächst auf wenig Verständnis, doch wurde ihm schließlich der Wunsch erfüllt und er begann eine Lehre bei einem Dekorations- und Kirchenmaler in Wien. Nebenbei bereitete er sich auf die Aufnahme an der Akademie vor, was ihm siebzehnjährig als Schüler von Professor Griepenkerl auch gelang. Seine starke Heimatverbundenheit äußerte sich auch in seinen Motiven, in denen er sich vorrangig dem Leben und der Arbeit der Bauern, ihren Brauchtümern und der ländlichen Idylle widmete, was später dem Gedankengut der aufstrebenden Nationalsozialisten entsprach, deren Zuspruch Dachauer fand. 1913 stellte er erstmals fünf Gemälde in der Wiener Secession aus. Nach dem ersten Weltkrieg, in dem er als Freiwilliger diente, zog er sich nach Ried zurück. In dieser Lebensphase entfernte er sich stilistisch vom Secessionismus und malte von Symbolismus und Ornamentik geprägte Gemälde. Damals entstanden mehrere großformatige allegorische Bilder und mystische Landschaften, wie auch die hier gezeigte Allegorie der „Nacht“, sein Stil änderte sich aber allmählich Richtung Realismus. Dabei blieb Dachauer seinen Themen aber stets treu. Für die Krankenhauskapelle Ried fertigte er 1928 zehn Glasfenster und ein Altarbild an. Im gleichen Jahr wurde er an die Wiener Akademie der Bildenden Künste berufen, wo er bis 1944 als Professor, zeitweise auch als Rektor wirkte und von den Nationalsozialisten gefördert wurde, für die er auch einige Briefmarken – Motive entwarf. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Dachauer kurzzeitig des Amtes enthoben, 1946 aber wieder rehabilitiert. In den folgenden fünf Jahren widmete er sich vor allem der Portraitmalerei sowie weiteren sehr erfolgreichen Entwürfen für Banknoten und Briefmarken, er malte aber auch einige Gemälde mit Bezug auf die jüngste Vergangenheit sowie seine Krankheit (er litt an Speiseröhrenkrebs). Dachauer verstarb 1951 in Wien, zu seinen Schülern gehörten unter anderen Maria Lassnig, Hildegard Joos und Peppino Wieternik.
(Ina Waldstein)