Direktverkauf - Zeitgenössische Kunst: 100273

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Zeitgenössische Kunst

Markus Prachensky* (Lot 6665), zoom

100273

Markus Prachensky*

Hongkong Ramble
Inklusivpreis € 43.520
  • Detailbild 1: Kat. 6665
  • Detailbild 2: Kat. 6665

Markus Prachensky*

(Innsbruck 1932-2011 Wien)
Hongkong Ramble, 2000
Acryl auf Leinwand; gerahmt; 155 x 115 cm
Signiert und datiert rechts unten: Prachensky 00
Provenienz
Privatbesitz, Wien
Literatur
vgl.: Markus Prachensky. Restrospective in Red. Ausstellungskatalog, Danubiana Meulensteen Art Museum, Bratislava 2013, S. 176 f.;
vgl.: Markus Prachensky. Berlin 2000. Ausstellungskatalog, Willy-Brandt-Haus, Galerie Georg Nothelfer, Berlin 2000, Abb. 45 ff.


Jahrzehntelang unternahm der Maler Markus Prachensky zahlreiche Reisen rund um den Globus. Asien besuchte er relativ spät in seinem Leben. 1996, mit 64 Jahren, reiste er nach Bali und Hongkong. In den Jahren 1999 und 2000 war die ehemalige britische Kronkolonie erneut sein Ziel.
In Prachenskys Bildtiteln finden sich die Verweise auf die besuchten Orte und Gegenden vielfach wieder, bisweilen auch Bezüge auf Musik, konkret auf den Jazz, der Prachensky beim Malen häufig begleitete.
Einige klingende Werktitel sind “Luxor Swing”, “Campania Shuffle” oder “Bali trumpet”. In “Hongkong Ramble” könnte sich möglicherweise eine Referenz auf Jelly Roll Mortons “Oh, Didn´t he ramble?” von 1939 verbergen oder auch auf Kid Ory`s berühmte Komposition “Muskrat Ramble” von 1926.

Prachenskys Malerei handelt von Rhythmus und von Bewegung, spürbar in der schwungvoll, akkurat und impulsiv gesetzten Pinselspur, und in den wie beiläufig und doch bewusst hinterlassenen Farbspritzern und -patzen, die Prachenskys Arbeiten den Charakter einer Momentaufnahme, Spontaneität und Frische verleihen.
Die intensive und lang andauernde Auseinandersetzung mit bestimmten Orten findet in Prachenskys Bildern eine kompakte Manifestation, eine “stark abstrahierte Zusammenfassung einer Synthese von sehr vielem” (Wolfgang Fleischer, in: Markus Prachensky. Berlin 2000. Ausstellungskatalog, Willy-Brandt-Haus, Galerie Georg Nothelfer, Berlin 2000, S. 15).
Prachensky reduziert Gesehenes, Erforschtes und Erlebtes auf das Wesentliche. Auf weiß oder schwarz-grundiger Fläche dominiert dabei die Farbe Rot, das übrige Farbspektrum begleitet in unterschiedlicher Intensität. In der vorliegenden Arbeit setzt Prachensky ein großformatiges Statement mit Goldgelb – in China die “kaiserliche” Farbe, und dem Rot ebenbürtig.
Wie so häufig in den Bildern des Malers, der auch Architektur studiert hatte, ist das Dargestellte als eine Konstruktion erfahrbar, sogar als recht konkrete Gebäudeform und überdies als Reminiszenz an den traditionellen chinesischen Baustil zu lesen, welcher durch geschwungene, die Wände überkragende Dächer charakterisiert wird. Zugleich weist Prachenskys malerische Geste auch die Klarheit, den Schwung und die Leichtigkeit kalligrafischer Schriftkunst auf, wie in der Literatur über den Maler wiederholt besprochen wird. Vom Informel kommend und in der Tradition des Action Painting verortet, vertritt Prachensky mit seiner Malerei eine herausragende und singuläre Position.
(Isabell Kneidinger)